Pakistan Kämpfe mit Taliban-Anhängern fordern über 40 Tote

Das Grenzgebiet zu Afghanistan im Nordwesten Pakistans ist erneut Schauplatz heftiger Kämpfe geworden. Bei Gefechten zwischen der pakistanischen Armee und Taliban-Anhängern wurden über 40 Menschen getötet.


Miran Shah - Wie ein Sprecher der pakistanischen Streitkräfte heute mitteilte, kamen mindestens 46 militante pakistanische Stammeskämpfer und drei Soldaten ums Leben. Die pakistanische Armee setzte Kampfhubschrauber und Artillerie ein. Aus abgefangenen Funksprüchen der Stammeskämpfer gehe hervor, dass bis zu 80 von ihnen getötet worden seien.

Hunderte von Familien flohen heute aus dem Gebiet, in dem bereits am Donnerstag bei einer Militäroffensive 45 militante Kämpfer getötet worden sein sollen. An den Auseinandersetzungen in Miran Shah, der wichtigsten Stadt von Nord-Wasiristan, waren rund 500 bewaffnete Mitglieder örtlicher Stämme beteiligt.

Die Operation der Streitkräfte vom Donnerstag galt einem mutmaßlichen Versteck von al-Qaida- und Taliban-Anhängern. Unter den Toten befanden sich nach amtlichen Angaben auch ausländische Kämpfer, unter anderem aus Tschetschenien. Das Gebiet ist dafür bekannt, dass Stammesangehörige dort häufig gegen die pakistanische Regierung rebellieren. Die Streitkräfte haben den Aufstand in den vergangenen zwei bis drei Jahren immer wieder zu bekämpfen versucht, was bislang jedoch nicht gelungen ist.

In Afghanistan detonierte heute ein Sprengsatz unter einem Fahrzeug von Geheimdienstbeamten. Alle vier Insassen kamen bei diesem Anschlag in der südlichen Provinz Kandahar ums Leben, darunter ein ranghoher Geheimdienstchef der Nachbarregion Helmand. Diese gilt als Hochburg des Aufstands gegen die Regierung in Kabul sowie des illegalen Handels mit Opium und Heroin.

Bashirullah Khan, AP



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