Pakistan Kampf gegen Extremisten

Um die Spannungen mit Indien abzubauen, geht die pakistanische Regierung kompromisslos gegen islamische Extremisten vor. Am Wochenende wurden insgesamt 1100 Mitglieder verbotener Muslim-Organisationen festgenommen.


Alarm in Kaschmir: Pakistan geht gegen Extremisten vor
EPA/DPA

Alarm in Kaschmir: Pakistan geht gegen Extremisten vor

Islamabad - Pakistans Präsident Pervez Musharraf hatte die Aktionen am Samstag in einer Rede angekündigt. Er sagte den Muslim-Extremisten im Land den Kampf an, um die Beziehungen mit dem Nachbarland Indien wieder zu verbessern.

Wie das Innenministerium am Montag mitteilte, wurden 390 Büros von fünf Muslim-Organisationen geschlossen, deren Verbot Musharraf angekündigt hatte.

An der Demarkationslinie in der Himalaja-Region Kaschmir kam es nach pakistanischen Angaben auch am Montag wieder zu Schusswechseln zwischen Soldaten beider Länder.

Indien begrüßte die von Musharraf angekündigten Maßnahmen gegen den Terrorismus, forderte das Land aber nochmals auf, dass den Worten auch Taten folgen müssten. Bislang lehnt Pakistan die indische Forderung ab, die Anführer von zwei der verbotenen Organisationen auszuliefern.

Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Indien wirft Pakistan vor, Rebellen zu unterstützen, die gegen die indische Herrschaft in Kaschmir kämpfen. Die Lage in der Region ist seit dem Anschlag mutmaßlicher Muslim-Extremisten auf das indische Parlament im Dezember gespannt. Beide Länder, die auch über Atomwaffen verfügen, haben an der Waffenstillstandslinie in Kaschmir große Truppenaufgebote zusammengezogen. Seit Tagen liefern sich die Einheiten der beiden Länder immer wieder Feuergefechte in der Region.



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