Terror Mehrere Tote bei Anschlägen in Pakistan

Pakistan ist am Morgen von zwei Anschlägen erschüttert worden. Mit Sprengstoffwesten waren Angreifer zunächst in eine Christenkolonie eingedrungen. Vor einem Gericht warfen Attentäter Handgranaten in eine Menschenmenge.
Polizisten vor der Zufahrt zur Christenkolonie

Polizisten vor der Zufahrt zur Christenkolonie

Foto: A MAJEED/ AFP

Bewaffnete Männer stürmten eine christliche Siedlung, vor einem Bezirksgericht explodierten Bomben: Bei Anschlägen im Nordwesten Pakistans sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Leichen von Rechtsanwälten, Polizisten und Passanten seien geborgen worden. Zunächst habe sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Die Polizei teilte mit, dass Männer im Morgengrauen mit Sprengstoffwesten in die Christenkolonie in der Stadt Peshawar eingedrungen waren. Vier Angreifer wurden nach Armeeangaben in dem folgenden Gefecht mit Sicherheitskräften erschossen.

Anwohner sprachen von wenigstens fünf lauten Explosionen. Spezialkräfte von Armee und Polizei sowie paramilitärische Kräfte durchkämmten noch die Gegend, hieß es in einer Stellungnahme der Armee. Laut der Nachrichtenagentur Reuters bekannte sich Jamaat-e-Ahrar, eine Gruppe der pakistanischen Taliban, zu dem Anschlag.

In Peshawar hatten zuletzt 2013 zwei Selbstmordattentäter der radikalislamischen pakistanischen Taliban eine Kirche angegriffen und fast 100 Menschen getötet. Es gibt etwa fünf Millionen Christen in Pakistan. Das Verhältnis mit der muslimischen Mehrheit im Land ist angespannt. Es kommt regelmäßig zu Übergriffen und Anschlägen.

Ebenfalls am Freitag sind in der pakistanischen Stadt Mardan vor einem Bezirksgericht Bomben detoniert. Nach Polizeiangaben wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet und 40 weitere verletzt. Der Attentäter habe zunächst Handgranaten in die Menge geworfen und dann einen Sprengsatz gezündet, hieß es. In den vergangen Monaten waren immer wieder Anschläge gegen die Justiz in Pakistan verübt worden.

kev/AFP/dpa/Reuters
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