Pakistan Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf Moschee

Es ist der schlimmste Anschlag auf pakistanische Schiiten seit einem Jahr: Ein Bombe hat in einer Moschee im Süden Pakistans mindestens 20 Menschen in den Tod gerissen.
Pakistanische Sicherheitsbeamte in der Moschee in Shikarpur: Der schwerste Anschlag gegen Schiiten seit einem Jahr

Pakistanische Sicherheitsbeamte in der Moschee in Shikarpur: Der schwerste Anschlag gegen Schiiten seit einem Jahr

Foto: FIDA HUSSAIN/ AFP

Islamabad - Bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in der südpakistanischen Stadt Shikarpur sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 70 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagte der örtliche Gesundheitsminister in der Provinz Sindh, Jam Mehtab Daher.

Die Bombe explodierte, als hunderte Gläubige in dem vollbesetzten Gotteshaus in Shikarpur zum Freitagsgebet versammelt waren.

Das Dach des Gebäudes war unter der Wucht der Detonation eingestürzt. "Das ganze Gebiet ist voller Blut und Leichenteile, es riecht nach verbranntem Fleisch, Menschen schreien - es ist das Chaos", sagte ein Augenzeuge. Fernsehbilder zeigten, wie Opfer hektisch in Autos, mit Rikschas und auf Motorrädern ins Krankenhaus gebracht wurden.

Es war der schwerste Anschlag gegen Schiiten in Pakistan seit einem Jahr. Am 22. Januar 2014 waren bei einem Anschlag auf einen Pilgerbus in der südwestlichen Provinz Belutschistan 24 schiitische Pilger getötet worden. In den vergangenen zwei Jahren wurden etwa tausend Schiiten in Pakistan getötet. Viele Anschläge werden von der sunnitischen Extremistengruppe Lashkar-e-Jhangvi verübt.

Mitte Dezember verübten radikalislamische Taliban einen Anschlag auf eine Schule in der nordwestlichen Stadt Peshawar und töteten fast 150 Menschen, darunter zahlreiche Kinder. Seither verschärfte die Regierung in Islamabad ihr Vorgehen gegen Extremisten und hob ein Moratorium über die Vollstreckung der Todesstrafe auf.

mka/AFP/Reuters/dpa
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