Protest gegen Drohnenangriffe US-Friedensaktivisten brechen in Taliban-Gebiet auf

Die Demonstration gilt den regelmäßigen US-Drohnenangriffen in Taliban-Regionen: In Pakistan ist ein Protestzug mit US-Friedensaktivistinnen in die Stammesgebiete aufgebrochen. Angeführt wird der "Friedensmarsch nach Waziristan" von Ex-Cricket-Star Imran Khan.

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Islamabad - Der Protestzug hatte schon im Vorfeld für große Aufregung gesorgt: In Pakistan sind mehrere Dutzend US-Friedensaktivistinnen zu einer Demonstration in die pakistanischen Stammesgebiete aufgebrochen. Ihr Protest gilt den regelmäßigen US-Drohnenangriffen in der Region. Angeführt wurde die Gruppe von Ex-Cricket-Star und Oppositionspolitiker Imran Khan. Etwa hundert Autos und Busse mit Anhängern von Khans Partei Tehrik-e-Insaf ("Bewegung für Gerechtigkeit") starteten am Samstag in der Hauptstadt Islamabad, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Mehrere Extremistengruppen hatten zuvor mit Selbstmordanschlägen auf die Teilnehmer gedroht.

Die Anhänger Khans und die Aktivistinnen der US-Menschenrechtsgruppe Code Pink und der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve wollten am Sonntag im rund 440 Kilometer entfernten Süd-Waziristan, eines der pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan, eintreffen.

Die Stammesgebiete sind Hochburgen der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerkes al-Qaida. Seit 2004 wurden die Islamisten mit Hunderten US-Drohnen bekämpft. In der Regierungszeit von US-Präsident Barack Obama nahmen die Einsätze mit den unbemannten Militärflugzeugen zu, mit denen mutmaßliche Aufständische, aber auch immer wieder Zivilisten ohne Gefahr für die eigenen Truppen getötet werden. Khan und seine Mitstreiter kritisieren dieses Vorgehen als unmenschlich.

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Protest gegen US-Drohnen: Rosa Marsch nach Waziristan
Die pakistanischen Behörden machten bereits deutlich, dass sie den Demonstrationszug und die ihn begleitenden Journalisten nicht in die Stammesgebiete lassen würden. Sie begründeten dies mit der Gefahr von Taliban-Angriffen. Ausländern wird der Zugang zu der Region grundsätzlich verwehrt. Khan hatte angekündigt, wenn der Konvoi gestoppt werde, werde die Demonstration gleich vor Ort abgehalten.

Die Partei des früheren Cricket-Nationalspielers gewinnt seit einem Jahr an Zustimmung, indem sie die Korruption in den traditionellen Parteien an der Macht anprangert. Kritiker werfen ihr vor, mit islamistischen Gruppen zusammenzuarbeiten und den derzeit in Pakistan weit verbreiteten USA-Hass mit Blick auf die Parlamentswahlen Anfang kommenden Jahres für ihre Zwecke auszunutzen.

yes/dapd/AFP

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fail 06.10.2012
1. optional
Ob sich die Taliban dafür interessieren das die da eigentlich "nur demonstrieren" wollen? Ich bin schon gespannt wie das ausgeht...:-(
OneTwoThree 06.10.2012
2. Abwarten was passiert
Zitat von sysopREUTERSDie Demonstration gilt den regelmäßigen US-Drohnenangriffen in Taliban-Regionen: In Pakistan ist ein Protestzug mit US-Friedensaktivistinnen in die Stammesgebiete aufgebrochen. Angeführt wird der "Friedensmarsch nach Waziristan" von Ex-Cricket-Star Imran Khan. http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-protestzug-gegen-drohnenangriffe-mit-imran-khan-a-859864.html
Das Ansinnen an sich ist wohl gut gemeint, ..... ..und wenn die Aktivisten entführt oder getötet werden, verlangen die Angehörigen danach, dass diese befreit werden, bzw. dass ´´Gerechtigkeit geübt´´ wird.
EchoRomeo 06.10.2012
3. Einfach weiterfahren lassen
damit die Bewegten ihrer Probleme und Fragen direkt und Vor Ort mit den Zuständigen klären können. Vorher sollten sie aber einen Wisch unterschreiben, daß ihnen Risiken und Nebenwirkungen bekannt waren und Folgen von der Krankenversicherung nicht abgedeckt werden. Gute Fahrt
twister13 06.10.2012
4. Oh Himmel hilf
Ein Politiker auf Stimmenfang. warum wendet er sich nicht gegen islamische Selbstmordattentäter die ständig Dutzende Menschen zerreissen? Na das gibt weniger Stimmen, ganz einfach. Unterstützung kommt dann auch noch von ein paar dummen Hühnern die meinen überall auf der Welt werde Frieden einkehren wenn sie ihr dünnes Stimmchen erheben. Nicht dass ich ihnen wünsche, aber wenn die mal in der Hand der Taliban sind, ein wenig vergewaltigt und gefoltert und dann auf ihr Todesurteil wegen unislamischer Kleidung oder sonst einem Sche....dreck warten werden die auf Knien um einen Drohnenangriff beten und betteln damit sie wieder in den USA im Friedenscafe bei einem Latte mit fettarmer Milch über den Weltfrieden quasseln können.
adal_ 06.10.2012
5. In Islamabad fiel kürzlich ein Sack Kichererbsen um
Zitat von EchoRomeodamit die Bewegten ihrer Probleme und Fragen direkt und Vor Ort mit den Zuständigen klären können. Vorher sollten sie aber einen Wisch unterschreiben, daß ihnen Risiken und Nebenwirkungen bekannt waren und Folgen von der Krankenversicherung nicht abgedeckt werden. Gute Fahrt
Ach was. Die wissen doch ganz genau, dass sie es eh nicht bis Waziristan schaffen werden. Machen sie halt ne Demo vor Ort und bringen die öffentliche und veröffentlichte Weltmeinung in Wallung. :-)
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