Fastenmonat Pakistan setzt Hinrichtungen während Ramadan aus

"Aus Ehrfurcht vor dem Monat wird niemand gehängt werden": Die pakistanische Regierung will während des Ramadans ihre Hinrichtungsserie unterbrechen. Tausende Häftlinge sind in dem Land zum Tode verurteilt.

Von Taliban zerstörte Schule: Nach dem Angriff wurden 170 Menschen gehängt
REUTERS

Von Taliban zerstörte Schule: Nach dem Angriff wurden 170 Menschen gehängt


Zum Tode verurteilte Häftlinge in Pakistan dürfen noch einen Monat länger leben - das hat die pakistanische Regierung bekannt gegeben. "Aus Ehrfurcht vor dem Monat wird niemand gehängt werden", hieß es aus dem Innenministerium in Islamabad.

In Pakistan beginnt der Ramadan an diesem Freitag. Nach einem Taliban-Angriff auf eine Schule im Dezember hatte die Regierung ein damals rund sechs Jahre altes Moratorium auf Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben.

Seit dem 19. Dezember wurden in Pakistan mehr als 170 zum Tode verurteilte Terroristen oder Mörder gehängt. Das ist deutlich mehr als sogar in Saudi-Arabien, wo in dieser Woche die 100. Hinrichtung seit Jahresbeginn stattfand.

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und internationale Menschenrechtsgruppen haben die Hinrichtungen scharf kritisiert. Ihre Forderung, das Moratorium wieder in Kraft zu setzen, blieb bislang folgenlos.

Erst in der vergangenen Woche war in der ostpakistanischen Metropole Lahore ein 38-Jähriger gehängt worden, der im Alter von nur 15 Jahren wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Nach offiziellen Angaben sitzen in pakistanischen Gefängnissen rund 8500 Terroristen oder Kriminelle, die zum Tode verurteilt wurden.

anr/dpa

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