Machtwechsel Sharif übernimmt Regierungsgeschäfte in Pakistan

Der demokratisch gewählte konservative Politiker Nawaz Sharif hat erneut den Job des Regierungschefs im krisengebeutelten Pakistan angetreten - 14 Jahre nach seinem Sturz durch einen Militärputsch. Er sagte der Wirtschaftskrise, der Korruption und den Taliban den Kampf an.
Nawaz Sharif nach den Wahlen im Mai: Die Regierungsgeschäfte übernommen

Nawaz Sharif nach den Wahlen im Mai: Die Regierungsgeschäfte übernommen

Foto: Arif Ali/ AFP

Islamabad - Machtwechsel in Pakistan. Der Chef der Muslim-Liga, Nawaz Sharif, ist von Präsident Asif Ali Zardari als neuer Premierminister vereidigt worden. Vor drei Wochen war er aus den Parlamentswahlen als Sieger hervorgegangen. Knapp 14 Jahre nach seinem Sturz durch einen Militärputsch legte der 63-Jährige nun erneut seinen Amtseid ab. Die Abgeordneten der neuen Nationalversammlung hatten Sharif zuvor mit überwältigender Mehrheit als Regierungschef bestätigt.

Als Premier der südasiatischen Atommacht erwartet Sharif kein leichtes Amt. So forderte er schon in seiner Dankesrede vor den Abgeordneten einen Stopp der umstrittenen US-Drohnenangriffe auf Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Mit einem kleinen Seitenhieb auf die USA sagte er: "Wenn wir die Souveränität anderer respektieren, ist es für sie obligatorisch, auch unsere Souveränität zu respektieren."

Aber auch im eigenen Land gibt es schwere Krisen zu bewältigen. So hat sich Sharif auf die Fahnen geschrieben, die Energie- und die Wirtschaftskrise zu bekämpfen, die Korruption zu beenden, die Infrastruktur zu verbessern und die Bedrohung durch militante Islamisten wie die Taliban anzugehen. Einzelheiten vor allem zu den Plänen, wie die Energie- und Wirtschaftskrise zu bewältigen sei, werde er in Kürze vorstellen.

Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Landes 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an eine demokratisch gewählte Nachfolgeregierung abgegeben hat. Pakistan ist etwa die Hälfte der Zeit seit der Unabhängigkeit vom Militär beherrscht worden. Und Sharif ist bereits zum dritten Mal Premierminister Pakistans - in den 1990er Jahren hatte er das Amt schon zwei Mal inne. Beim ersten Mal wurde er wegen Korruptionsvorwürfen vorzeitig abgesetzt, beim zweiten Mal wurde er 1999 durch einen Putsch vom damaligen Armeechef Pervez Musharraf gestürzt.

Sharifs Partei PML-N gilt als konservativ und wirtschaftsnah. Sie war nach der Wahl am 11. Mai mit einer absoluten Mehrheit ins Parlament in Islamabad eingezogen.

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