Pakistan Sharif will mit Bhutto-Partei koalieren

Die beiden siegreichen Oppositionsparteien in Pakistan planen eine gemeinsame Regierung: Der frühere Regierungschef Sharif will Gespräche mit der Partei der ermordeten Oppositionsführerin Bhutto führen.


Islamabad - Drei Tage nach der Parlamentswahl in Pakistan haben sich die beiden siegreichen Oppositionsparteien auf die Bildung einer Koalition geeinigt. "Wir werden zusammenarbeiten, um eine Regierung zu bilden", sagte Nawaz Sharif von der Pakistanischen Muslim-Liga (Nawaz) nach Gesprächen mit dem Witwer der ermordeten Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari. Zardari führt seit dem Tod Bhuttos zusammen mit seinem Sohn die Volkspartei PPP.

Der frühere Regierungschef Sharif betonte, seine Partei akzeptiere, dass die PPP den Premierminister stellen werde. Die PPP war als stärkste Partei aus der Wahl am Montag hervorgegangen, gefolgt von Sharifs PML-N. Zardari sagte: "Wir beabsichtigen, im Parlament zusammenzubleiben."

Mit Blick auf den umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf, dessen Pakistanische Muslim-Liga (Quaid) eine vernichtende Niederlage bei der Wahl erlitten hatte, sagte Sharif: "Die Nation hat ihr Urteil in jeder Ecke des Landes gefällt. Je früher er dieses Urteil respektiert, desto besser." Musharraf stand zwar nicht zur Wahl, die Abstimmung wurde aber als Referendum über seine Politik gewertet.

Sharif sagte, "im Prinzip" gebe es zwischen den künftigen Koalitionspartnern, den beiden Wahlsiegern, keine Uneinigkeit darin, dass die Unabhängigkeit der Justiz wieder hergestellt werden müsse.

Die Modalitäten würden im Parlament ausgearbeitet. Gemeinsam haben die PPP und die PML-N rund 60 Prozent der Sitze im Parlament. Die PPP will eine Regierung der nationalen Einheit mit möglichst breiter Beteiligung bilden, hat eine Zusammenarbeit mit Musharrafs PML-Q aber ausgeschlossen. Die PPP hat bislang nicht mitgeteilt, wer Premierminister werden soll.

hen/dpa/Reuters



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