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04. April 2009, 13:53 Uhr

Pakistan

Soldaten wehren Anschlag ab - 17 Zivilisten sterben

Ein mit Sprengstoff gefüllter Wagen eines Terroristen ist mitten auf einem Marktplatz in Pakistan explodiert - allerdings nicht durch die Hand des Attentäters. Als der Terrorist einen Militärkonvoi angreifen wollte, eröffneten Soldaten das Feuer. Die Fracht explodierte, mehrere Menschen starben.

Islamabad - Tödliche Abwehr eines Selbstmordanschlags: Bei der Explosion eines mit Sprengstoff gefüllten Wagens eines Terroristen sind in Pakistan 17 Zivilisten getötet worden. Nach Angaben des pakistanischen Militärs hatte der Selbstmordattentäter in der nordwestlichen Stammesregion Waziristan versucht, einen Militärkonvoi anzugreifen.

Soldaten hätten das Feuer auf den verfolgenden Wagen eröffnet, der dann mitten auf einem Marktplatz explodierte. Unter den Toten waren nach Medienberichten auch fünf Schulkinder.

Zugleich kamen bei einem vermutlich vom US-Militär geführten Raketenangriff in der unruhigen Stammesregion am Samstag 13 Menschen ums Leben. Ziel des Angriffs mit einer unbemannten Drohne sei das Versteck eines regionalen Taliban-Führers in der Grenzregion zu Afghanistan gewesen, sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden.

Unter den Opfern seien auch mehrere "ausländische" Qaida-Terroristen gewesen, womit in Pakistan meist Kämpfer aus arabischen Staaten oder Zentralasien gemeint sind. Ein Stammesführer sagte dagegen, unter den Opfern seien mindestens drei Frauen und vier Kinder gewesen.

Die Stammesgebiete gelten als Rückzugsraum von Taliban-Kämpfern und Qaida-Terroristen. In den vergangenen Monaten hatten US-Streitkräfte Dutzende Luftschläge gegen Extremistenverstecke auf pakistanischem Staatsgebiet geführt. Meist kommen dabei Drohnen - unbemannte Flugzeuge - zum Einsatz.

amz/dpa/AP

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