Pakistan Stammesgericht ordnet Vergewaltigung von Witwe an

Sie sollen sich an einer Frau wiederholt vergangen haben: Mehrere Männer sind in Ostpakistan festgenommen worden. Ein Stammesgericht hatte zuvor die Massenvergewaltigung der 45-Jährigen angeordnet - als Strafmaßnahme für ihren Bruder.


Islamabad - Ein illegales Stammesgericht in der ostpakistanischen Provinz Punjab hat die Gruppenvergewaltigung einer 45 Jahre alten Witwe befohlen. Damit habe ein außereheliches Verhältnis des Bruders der Frau bestraft und eine Familienfehde beigelegt werden sollen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Drei Männer hätten die Frau wiederholt vergewaltigt. Sechs Verdächtige seien festgenommen worden, nach vier weiteren werde gesucht. Zu dem Vorfall sei es bereits am vergangenen Freitag gekommen. Das Opfer habe sich aber erst am Donnerstag bei der Polizei gemeldet.

Stammesgerichte dürfen in Pakistan per Gesetz kein Recht sprechen, sind aber besonders in ländlichen Gebieten trotzdem weit verbreitet.

In der Vergangenheit hatte der Fall von Mukhtaran Mai für Schlagzeilen gesorgt. Sie war 2002 von mehreren Männern überwältigt worden, vier von ihnen vergewaltigten die Frau. Eine Dschirga, eine Versammlung, hatte ihre Massenvergewaltigung zuvor angeordnet.

Mukhtaran Mai brach mit der Tradition, sie schwieg nicht, auch wenn ihre Familie sie dazu drängte. Die Frau zeigte ihre Peiniger an und sagte gegen sie aus. Allerdings sprach ein Gericht die Täter später trotzdem frei.

heb/dpa

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