Rückkehr aus dem Exil Taliban wollen Musharraf "in die Hölle" befördern

Pakistans früherer Militärmachthaber Pervez Musharraf hat für Sonntag seine Rückkehr aus dem Exil angekündigt. Die Taliban kündigten bereits an, den Ex-Präsidenten nach seiner Ankunft durch eine "Spezialeinheit" in die "Hölle" zu schicken.
Musharraf: Pakistans Ex-Präsident droht keine Verhaftung bei seiner Heimkehr

Musharraf: Pakistans Ex-Präsident droht keine Verhaftung bei seiner Heimkehr

Foto: AAMIR QURESHI/ AFP

Islamabad - Seine Rückkehr sei zu "200 Prozent" sicher, selbst "unter Lebensgefahr, das ist der Eid, den ich für das Land geleistet habe". So kündigte Pakistans ehemaliger Militärmachthaber aus seinem zeitweiligen Exil in Dubai seine Ankunft am Sonntag an.

Dass er nach seiner Heimkehr um sein Leben bangen muss, machten Musharraf jetzt auch die Taliban klar. Der frühere Präsident werde von einer "Spezialeinheit" aus Selbstmordattentätern und Scharfschützen "in die Hölle" geschickt werden, kündigten die Radikalislamisten am Samstag an.

Musharraf war in seiner Amtszeit ein enger Verbündeter der USA in deren Feldzug gegen die Taliban und Al-Kaida im benachbarten Afghanistan. Er ging auch im eigenen Land hart gegen militante Islamisten vor.

Musharraf hatte Pakistan nach seinem Rücktritt im Jahre 2008 verlassen. Gegen ihn wird im Zusammenhang mit dem tödlichen Attentat auf die frühere Premierministerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 sowie wegen des tödlichen Militärangriffs auf den belutschischen Stammesführer Nawab Akbar Bugti im August 2006 ermittelt. Zudem ist er wegen der Ausrufung des Notstands im Jahr 2007 und der Verhaftung von Richtern angeklagt, die seinen Verbleib an der Macht für illegal hielten.

Doch mit einer Verhaftung muss Musharraf bei seiner Rückkehr nicht rechnen. Ein Gericht in Karatschi habe am Freitag einen Haftbefehl wegen drei gegen ihn laufender Verfahren gegen Kaution ausgesetzt, sagte sein Anwalt Salman Safdar.

Musharraf kehrt nach Pakistan zurück, um bei der Parlamentswahl am 11. Mai anzutreten. Mit seiner Partei APLM rechnet er sich bei der Abstimmung Chancen aus. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die APLM keine große Rolle spielen wird.

als/dpa/AFP/Reuters
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