Schule in Pakistan Sicherheitskräfte melden Ende der Geiselnahme

Die Terrorattacke in Pakistan ist offenbar zu Ende. Nach der brutalen Geiselnahme an einer Schule mit Dutzenden toten Kindern haben Militär und Polizei alle Taliban-Angreifer getötet.

Eltern mit ihren Kindern unter Militärschutz: Ende des Terrors in Peshawar
AP

Eltern mit ihren Kindern unter Militärschutz: Ende des Terrors in Peshawar


Peschawar - Einer der verheerendsten Terroranschläge in Pakistan ist offenbar beendet. Nach fünf Stunden haben Militär und Polizei in Pakistan die blutige Geiselnahme an einer Schule durch Taliban-Extremisten beendet. Alle Angreifer seien tot, teilten das Militär und die Polizei mit. Über die genaue Anzahl der Angreifer gibt es unterschiedliche Angaben, sie schwanken zwischen sechs und neun. Das Gebäude sei nun gesichert, hieß es, Truppen haben die Schule demnach nach Sprengsätzen durchsucht.

Die Angreifer hatten am Dienstag die vom Militär betriebene Schule in der Stadt Peschawar gestürmt und etwa 500 Schüler und Lehrer als Geiseln genommen, mindestens 132 Menschen wurden getötet. Unter den Opfern seien 84 Kinder, sagte Pervez Khattak, Chef der Provinzregierung in Peschawar. Die meisten Tote sollen zwischen 12 und 16 Jahren alt sein. 122 Menschen seien verletzt worden.

"Alle sind bereit, im Kampf zu sterben"

Die Terroristen sollen den Teil der Schule gestürmt haben, in dem Grundschüler von der ersten bis zur sechsten Klasse unterrichtet werden, heißt es aus Sicherheitskreisen in Peschawar. Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen Prüfungen in der Aula stattgefunden haben. "Sie haben sofort angefangen, mit automatischen Waffen zu schießen", sagte ein Schüler, der fliehen konnte.

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Pakistan: Taliban-Angriff auf Schule
Die Gruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) hat die Verantwortung für den Angriff übernommen. "Wir haben Scharfschützen und Selbstmordattentäter in dem Gebäude", sagte TTP-Sprecher Muhammad Khorasani. "Es ist eine Armeeschule, und die pakistanische Armee steckt mit unseren Feinden unter einer Decke", sagte er SPIEGEL ONLINE am Telefon. "Alle sind bereit, im Kampf zu sterben", erklärte er und deutete an, dass einige von ihnen Sprengstoffwesten trügen.

"Sie haben den Auftrag, nur auf die älteren Schüler zu schießen, nicht auf die Kinder", sagte Khorasani. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Militäroffensive der pakistanischen Armee gegen die Taliban, sagte er: "Wir wollen, dass sie unseren Schmerz fühlen."

mxw/dpa/AFP/Reuters



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