Pakistan Terrorverdächtiger mit Karten deutscher Städte gefasst

Plante er einen Terrorangriff in Deutschland? Ein am Sonntag inhaftierter pakistanischer Terrorverdächtiger hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP auf seinem Computer Karten von deutschen und italienischen Städten.


Hamburg - Die Behörden hatten den Pakistaner Osama Bin Yousaf Sonntagnacht in Faisalabad festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen pakistanischen Geheimdienstmitarbeiter. Der 36-Jährige habe bisher nicht erklärt, wozu er die vier auf seinem PC gespeicherten Stadtpläne brauche.

Der Geheimdienstmitarbeiter wollte die Städte nicht identifizieren. Es gebe bisher keine Hinweise auf mögliche Terrorangriffe. Der Verdächtige habe in der vergangenen Woche aber mehrmals mit seinem Handy nach Europa telefoniert.

Laut Informationen der pakistanischen Zeitung "Daily Times" führte der Verhaftete am vergangenen Donnerstag ein Gespräch mit Großbritannien, am Freitag mit einem Kontaktmann in Italien und telefonierte am Samstag zwei Mal länger mit einem Gegenüber in Deutschland. Nach den Gesprächen schaltete er sein Telefon sofort ab, mutmaßlich um den Geheimdiensten keine Möglichkeit zur Lokalisierung zu geben. Dennoch gelang es den Ermittlern, den Verdächtigen aufzuspüren.

Der pakistanische Innenminister bestätigte, dass Yousaf festgenommen worden sei, wollte aber keine weiteren Details bekannt geben. Yousafs Mobiltelefon wurde laut Geheimdienstangaben überwacht, nachdem seine Nummer im Telefonbuch des Qaida-Operationschefs Abu Farrai al-Libbi gefunden worden sei. Libbi war Anfang Mai in Pakistan gefasst worden. "Wir versuchen, die von seinem Mobiltelefon gewählten Nummern zu identifizieren", sagte ein Geheimdienstvertreter.

Laut "Daily Times" soll der Verhaftete 1992 in Afghanistan als Guerillero trainiert und 1995 al-Qaida-Führern vorgestellt worden sein. Sichergestellt wurden neben dem PC auch Kreditkarten, Dutzende CDs, drei Handgranaten und zwei Maschinengewehre vom Typ AK-47 mit Hunderten Patronen. Er soll den Ermittlern gegenüber zugegeben haben, al-Qaida anzugehören und Extremisten logistisch zu unterstützen.



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