Pakistan US-Drohnen töten mindestens 18 Menschen

Die USA haben an der Grenze zu Afghanistan mehrere schwere Drohnenangriffe auf vermeintliche pakistanische Rebellen geflogen. Dabei wurden mehr als ein Dutzend Menschen getötet - unter den Opfern sollen sich auch Ausländer befinden.


Peshawar - Im Nordwesten Pakistans sind bei US-Drohnenattacken am Montagmorgen mindestens 18 mutmaßliche Aufständische getötet worden. Die Angriffe erfolgten nahe der Stadt Wana, dem Sitz der Verwaltung von Süd-Waziristan. Unter den Opfern des Angriffs nahe der Grenze zu Afghanistan seien auch sieben Ausländer, verlautete aus Kreisen des pakistanischen Geheimdienstes. Woher die Getöteten stammen, bleibt aber vorerst unklar.

Ein Lokaljournalist aus Wana sagte SPIEGEL ONLINE am Telefon, es habe insgesamt zwei Drohnenangriffe gegeben, bei denen jeweils zwei Raketen abgefeuert wurden. Die beiden Attacken seien in "etwa 20 Minuten Abstand" erfolgt: Eine im Ort Shalam Raghzai, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Wana, die Zweite ein paar Kilometer weiter im Ort Wacha Dana.

Wenige Stunden nach den ersten beiden Angriffe gab es einen dritten Luftschlag. Dabei feuerte eine unbemannte Drohne zwei Raketen auf ein Fahrzeug mit Aufständischen, drei Menschen sollen getötet worden sein.

Die pakistanische Armee hatte im Frühjahr 2009 eine Offensive gegen Militante in Süd-Waziristan gestartet und die Region für "befreit" erklärt. Tatsächlich befinden sich hier nach wie vor Extremisten. Am Freitag soll hier der hochrangige Qaida-Terrorist Ilyas Kashmiri von einer US-Drohne getötet worden sein. Bei dem Angriff starben insgesamt neun Menschen. Auf den 47-jährigen Kashmiri hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Pakistans Regierung kritisiert Drohnen-Attacken

Die Angriffe vom Montag waren der zehnte und der elfte bekannt gewordene US-Drohnenangriff in Pakistan seit der Tötung von Qaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai durch ein US-Spezialkommando im pakistanischen Abbottabad.

Die Drohnenangriffe stoßen in der pakistanischen Bevölkerung auf heftige Kritik, weil immer wieder auch Zivilisten getötet werden. Auch die pakistanische Regierung kritisiert die Angriffe der unbemannten US-Kampfflugzeuge, duldet sie aber. Das Stammesgebiet Süd-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsort für Qaida- und Taliban-Kämpfer.

jok/kaz/AFP/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
andreasneumann2 06.06.2011
1. Von den Amerikaner kann man lernen!
Die Bundeswehr sollte unbedingt diese Drohnen von den Amerikanern kaufen. Diese Waffe ist sehr effektiv gegen islamischen Gotteskrieger und es werden keine Bundeswehrsoldaten gefährdet. Ich verstehe nicht wieso die Bundeswehr keine Drohnen oder Kampfhubschrauber zum Schutz der Bundeswehrsoldaten einsetzt. Die Bundeswehrsoldaten dürfen nicht mal richtig zurückschießen wenn sie von Taliban angegriffen werden. Da sind unbemannte Drohnen eine wirksame Waffe um die Taliban in ihre Schranken zu weißen.
Durruti, 06.06.2011
2. Drohnen
Zitat von andreasneumann2Die Bundeswehr sollte unbedingt diese Drohnen von den Amerikanern kaufen. Diese Waffe ist sehr effektiv gegen islamischen Gotteskrieger und es werden keine Bundeswehrsoldaten gefährdet. Ich verstehe nicht wieso die Bundeswehr keine Drohnen oder Kampfhubschrauber zum Schutz der Bundeswehrsoldaten einsetzt. Die Bundeswehrsoldaten dürfen nicht mal richtig zurückschießen wenn sie von Taliban angegriffen werden. Da sind unbemannte Drohnen eine wirksame Waffe um die Taliban in ihre Schranken zu weißen.
Diese Drohnen sind eh allgemein eine gute Sache, ich finde, nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die österreichische, dänische, mexikanische, iranische, pakistanische, afghanische und überhaupt alle Armeen sollten sich daran ein Beispiel nehmen, vielleicht sterben dann irgendwann gar keine eigenen Soldaten mehr gefährdet, wenn jeder diese Waffe hat?
hierro 06.06.2011
3. Drohnen gegen "Gotteskrieger"
Zitat von sysopDie USA haben an der Grenze zu Afghanistan mehrere schwere Drohnenangriffe auf vermeintliche pakistanische Rebellen geflogen. Dabei wurden mehr als ein Dutzend Menschen getötet - unter den Opfern sollen sich auch Ausländer befinden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,766789,00.html
Die Taliban, aber auch die Regierungsvertreter und der Geheimdienst ISI müssen endlich einsehen, dass Afghanistan und Pakistan auch von modernsten Waffen nicht verschont bleiben. Dazu zählen auch die Drohnen. Wenn Selbstmordattentäter sich unter wehrlose Menschenansammlungen begeben, selbst Trauerprozessionen nicht verschonen, an Bushaltestellen sich unter die wartende Bevölkerung mischen, dann ist es legitim, diesen üblen Taten massiv entgegen zu treten. Die Drohnenangriffe, teuer, aber erfolgreich, werden deshalb weitergehen. Wenn dabei auch Unbeteiligte getroffen werden, ist dies nichts anderes als beim Selbstmordanschlag. Auch dort gibt es viele unschuldige Opfer. Deshalb ist die Kritik am Drohneneinsatz der Amerikaner seitens der Pakistaner und Afghanen absurd. Dort gibt es viele Verantwortliche, die diesen Einsatz der modernen Flugkörper provozieren und letztlich herbeiführen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.