Pakistan Viele Opfer bei Attentat auf Politiker

Bei einem Anschlag auf einen ehemaligen Minister sind im Westen Pakistans mehrere Menschen getötet worden. Die unbekannten Täter schossen direkt vor einer Moschee auf den Wagen des Mannes. Der Politiker blieb unverletzt.  
Verletzter in Quetta: Anschlag vor der Moschee

Verletzter in Quetta: Anschlag vor der Moschee

Foto: BANARAS KHAN/ AFP

Quetta - In Pakistan hat es schon wieder ein blutiges Attentat gegeben. Bei dem Anschlag auf einen Politiker im Westen des Landes sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Bewaffnete feuerten auf das Fahrzeug des früheren Regionalministers Ali Mohammad Jattack, als dieses gerade an einer Moschee in Quetta vorbeifuhr. Laut Polizei wurden dabei mehrere Menschen getötet, die in diesem Moment aus dem Gotteshaus kamen. 27 Personen erlitten Verletzungen. Der Polizei zufolge ist unklar, wer hinter dem Anschlag steht.

Erst am Donnerstag hatte ein Selbstmordattentäter in Quetta 30 Menschen bei der live im Fernsehen übertragenen Beerdigung eines Polizisten mit in den Tod gerissen.

Quetta, die Hauptstadt der Provinz Baluchistan, gilt als Hochburg radikal-islamischer Taliban und anderer militanter Gruppen. Seit den Wahlen im Mai wird das Land von einer Serie von Anschlägen erschüttert, darunter eine Bomben-Attacke auf das Hauptquartier des Militärgeheimdienstes.

Warnung für US-Konsulat in Lahore

Die USA haben die meisten ihrer Diplomaten aus dem Konsulat im pakistanischen Lahore in Sicherheit gebracht. Das US-Außenministerium begründete die am Donnerstag angeordnete Maßnahme mit konkreten Drohungen gegen das Konsulat. In Lahore sei nur noch eine Notbesetzung geblieben. Die Mitarbeiter seien in die Hauptstadt Islamabad gebracht worden, berichtete der US-Nachrichtensender CNN.

Zudem warnte das US-Außenministerium US-Bürger vor nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Pakistan. Die Anwesenheit mehrerer ausländischer und einheimischer Terrorgruppen stelle eine mögliche Gefahr für Amerikaner in ganz Pakistan dar. Diese sollten alle Protestkundgebungen und große Menschenansammlungen meiden, rät das Außenministeriums weiter.

Die meisten Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida sollen sich in Pakistan aufhalten. Qaida-Chef Osama Bin Laden war in Pakistan aufgespürt und von einem US-Spezialkommando getötet worden. Die Provinzregierung des Punjab, wo Lahore liegt, habe in dieser Woche die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, berichtete CNN weiter. Die Provinzregierung habe Geheimdienstberichte über mögliche Terrorbedrohungen zu den Festtagen nach Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan erhalten.

ler/Reuters/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.