Pakistan Viele Tote bei Anschlag vor Luxushotel in Rawalpindi

Die Gewaltwelle in Pakistan reißt nicht ab. Bei einer Explosion nahe eines Luxushotels in der Garnisonsstadt Rawalpindi sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Die Polizei geht von einem Anschlag der Taliban aus.

Sicherheitskräfte am Anschlagsort: Die Polizei rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer deutlich steigt
AFP

Sicherheitskräfte am Anschlagsort: Die Polizei rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer deutlich steigt


Islamabad - Polizei und Augenzeugen berichten von einer "starken Explosion" nahe dem "Shalimar"-Hotel in Rawalpindi. Demnach explodierte eine Bombe auf dem benachbarten Parkplatz der "National Bank of Pakistan". Das Vier-Sterne-Hotel befindet sich neben dem Luxushotel "Pearl Continental" und nur wenige hundert Meter vom Armeehauptquartier entfernt, das vor wenigen Wochen von Terroristen überfallen wurde. Nach ersten Angaben wurden mindestens 34 Menschen getötet und 30 verletzt. Acht Leichen seien bereits in das nahe gelegene Krankenhaus gebracht worden. Die Zahl der Todesopfer werde vermutlich noch steigen, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE.

Unter den Toten waren nach Angaben eines Verletzten, der im Krankenhaus mit Journalisten sprach, auch viele Uniformierte, die in einer Schlange vor der Bank gestanden hätten, um ihren Sold abzuholen. Der Mann erklärte, er habe Glück gehabt, da er sein Geld bereits abgehoben und sich zum Zeitpunkt der Explosion hinter dem Gebäude befunden habe. Nach Polizeiangaben starben bei dem Anschlag auch mehrere Frauen und Kinder.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat die Polizei den gesamten Bereich im Süden der Stadt abgeriegelt. Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen trafen am Unglücksort ein und transportierten Verletzte in nahe liegende Krankenhäuser. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser in Rawalpindi und Islamabad wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Menschen vor Ort beschwerten sich, die Rettungswagen kämen wegen der Sperrungen nicht zum Unglücksort durch. Schulen blieben in Rawalpindi am Montag geschlossen.

Die komplette Fassade des "Shalimar"-Hotels wurde bei der Explosion zerstört, ebenso die Fenster der nebenliegenden Gebäude. Rauch stieg von dem Gebäude auf. Auf dem Parkplatz war ein großer Krater zu sehen. Fernsehbilder zeigten mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten und Soldaten am Tatort. Auf dem Dach des Pearl Continental gingen Scharfschützen in Position.

Fünf Millionen Dollar Kopfgeld auf Taliban-Führung

Ein Polizist sagte, es habe sich vermutlich um eine ferngesteuerte Autobombe gehandelt. Anderen Angaben zufolge handelte es sich dagegen um ein Selbstmordattentat. Sicherheitskräfte transportierten einen zerstörten schwarzen Suzuki vom Tatort.

Die Explosion von Rawalpindi ist eine weitere in einer Serie von Anschlägen seit Anfang Oktober. Die Taliban haben Pakistan mit einer Welle der Gewalt gedroht, seitdem die pakistanische Armee in Südwaziristan seit dem 17. Oktober in einer Bodenoffensive gegen die Radikalen vorgeht. Allein bei der Explosion einer Autobombe, vergangene Woche in der nordwestpakistanischen Stadt Peschawar, kamen mehr als hundert Menschen ums Leben.

Die pakistanische Regierung hat auf die Führung der pakistanischen Taliban um Hakimullah Mehsud ein Kopfgeld von umgerechnet insgesamt fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Entsprechende Anzeigen wurden am Montag auf der Titelseite der Tageszeitung "The News" und im Fernsehen geschaltet. Gesucht werden neben Mehsud 18 weitere Anführer der islamistischen Gruppierung Tehreek-e-Taliban (TTP). Die Belohnung wird demnach demjenigen zugesagt, der die Anführer "tot oder lebendig" ergreift oder "konkrete Informationen" über sie liefert. Mit jeweils etwa 600.000 Dollar sind die höchsten Beträge auf die Ergreifung von Mehsud sowie der ranghohen TTP-Kommandeure Wali-ur-Rehman und Qari Hussain ausgesetzt.

Unterdessen haben die Vereinten Nationen einen Teil ihres internationalen Personals aus der Unruheregion im Nordwesten Pakistans abgezogen. Die Uno teilte am Montag mit, betroffen seien alle ausländischen Mitarbeiter in der Nordwest-Grenzprovinz und den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze, die nicht für Nothilfe, humanitäre Hilfe, Sicherheitsoperationen oder andere "essentielle" Aufgaben benötigt würden. Der Schutz der verbleibenden Mitarbeiter werde verstärkt.

Die Vereinten Nationen in Islamabad teilten weiter mit, Planungen für künftige Programme, die bei einer verbesserten Sicherheitslage umgesetzt werden sollen, würden fortgesetzt. Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon habe den Schritt angeordnet. Die Uno machte keine Angaben dazu, wie viele ihrer Mitarbeiter aus dem Krisengebiet abgezogen würden.

kaz



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marypastor 29.10.2009
1. Terrorismus
Zitat von sysopBei ihrer Militär-Offensive in Wasiristan fand die pakistanische Armee den Pass von Said Bahaji, der Mitglied der Hamburger Terror-Zelle um Mohammed Atta war und heute zu den am meisten gesuchten Terroristen gehört. Welche Maßnahmen können Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um die netzwerke des internationalen Terrorismus einzudämmen?
Da kann man gar nichts machen. Es handelt sich bei den islamischen Terroristen ja nicht um normale Menschen sondern schlichtweg um Geisteskranke. Und die sind gerade deshalb so gefaehrlich. In Deutschland wird kaum etwas passieren, schliesslich ist Deutschland aufgrund seines laxen Rechtssystems, seines behaebigen Polizeiappartes und seiner groesszuegigen Sozialleistungen eine ruhiges Rueckzugsgebiet, in dem man schoen und gefahrlos leben kann.
Palmstroem, 29.10.2009
2. Kampf der Kulturen
Zitat von sysopBei ihrer Militär-Offensive in Wasiristan fand die pakistanische Armee den Pass von Said Bahaji, der Mitglied der Hamburger Terror-Zelle um Mohammed Atta war und heute zu den am meisten gesuchten Terroristen gehört. Welche Maßnahmen können Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um die netzwerke des internationalen Terrorismus einzudämmen?
Endlich ehrlich zu schreiben, daß es nicht um den internationalen Terror geht, sondern um den islamistischen Terror. Es ist der Kampf des militanten, fundamentalistischen Islamismus gegen den Rest der Welt - gegen Hindhus, Christen, Juden und Atheisten. Es ist der Kampf einer Kultur gegen Freiheit und Demokratie, gegen Aufklärung und die Moderne. Man muß sich nicht wie Obama entschuldigen, sondern wie Bush den Terror bekämpfen!
atzlan 29.10.2009
3.
Zitat von PalmstroemEndlich ehrlich zu schreiben, daß es nicht um den internationalen Terror geht, sondern um den islamistischen Terror. Es ist der Kampf des militanten, fundamentalistischen Islamismus gegen den Rest der Welt - gegen Hindhus, Christen, Juden und Atheisten. Es ist der Kampf einer Kultur gegen Freiheit und Demokratie, gegen Aufklärung und die Moderne. Man muß sich nicht wie Obama entschuldigen, sondern wie Bush den Terror bekämpfen!
Wer sunnitische Terroristen bei der Destabilisierung des Iran unterstützt, soll Vorbild im Kampf gegen Terrorismus sein? http://blogs.abcnews.com/theblotter/2007/04/abc_news_exclus.html http://www.newyorker.com/reporting/2008/07/07/080707fa_fact_hersh?
mavoe 29.10.2009
4. Ja
Zitat von marypastorDa kann man gar nichts machen. Es handelt sich bei den islamischen Terroristen ja nicht um normale Menschen sondern schlichtweg um Geisteskranke. Und die sind gerade deshalb so gefaehrlich. In Deutschland wird kaum etwas passieren, schliesslich ist Deutschland aufgrund seines laxen Rechtssystems, seines behaebigen Polizeiappartes und seiner groesszuegigen Sozialleistungen eine ruhiges Rueckzugsgebiet, in dem man schoen und gefahrlos leben kann.
die Führer der Islamisten sind wohl geisteskrank. 9/11. Und die Gefolgschaft dieser Führer sind meistens arme und bildungsferne Menschen, wofür sie nichts können, und denen das Himmelreich, wenn nicht auf Erden, versprochen wird. Daher ist in Erster Linie nicht militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" in solchen Ländern angesagt, sondern BILDUNGSVERMITTLUNG!
barack abamo 29.10.2009
5.
Zitat von mavoedie Führer der Islamisten sind wohl geisteskrank. 9/11. Und die Gefolgschaft dieser Führer sind meistens arme und bildungsferne Menschen, wofür sie nichts können, und denen das Himmelreich, wenn nicht auf Erden, versprochen wird. Daher ist in Erster Linie nicht militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" in solchen Ländern angesagt, sondern BILDUNGSVERMITTLUNG!
Taliban = Islamisten, ich glaube darin sind wir uns einig. Wie Sie es allerdings schaffen wollen in Ländern wie beispielsweise Afghanistan Bildung, sprich Schulen zu bauen ohne , wie Sie es nennen, eine "militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" " umzusetzen müssen Sie mal erklären.
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