Pakistan Viele Tote bei Raketenangriff auf Taliban-Trainingscamp

Zahlreiche Tote wurden unter den Trümmern geborgen: Bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff auf ein Trainingscamp der Taliban in Pakistan sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen - 50 weitere wurden verletzt.

Peshawar - Eine Drohne feuerte nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters zwei Raketen auf das Trainingscamp der Taliban in Kurram nahe der Grenze zu Afghanistan ab. In den Trümmern seien 24 Leichen geborgen worden, sagte ein Mitarbeiter einer örtlichen Hilfsorganisation. Zu den Todesopfern gehörten den Angaben zufolge "Ausländer", ein Begriff, mit dem in Pakistan üblicherweise Kämpfer des Terror-Netzwerks al-Qaida bezeichnet werden. Ein Sicherheitsbeamter sagte, die meisten Getöteten seien afghanische Taliban gewesen.

Die Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan gilt als Rückzugsraum der Taliban und der mit ihnen verbündeten Qaida-Terroristen, die von hier aus Angriffe gegen die internationalen Truppen in Afghanistan verüben.

Die USA haben nach pakistanischen Angaben in der Vergangenheit immer wieder Ziele in Pakistan mit Drohnen beschossen. Die USA äußern sich grundsätzlich nicht zu solchen Vorwürfen, die US-Armee sowie der US-Geheimdienst CIA sind aber die einzigen in der Region, die über Drohnen verfügen.

Der Angriff in Kurram war nach pakistanischen Angaben der fünfte dieser Art, seit US-Präsident Barack Obama sein Amt antrat. Hoffnungen, die USA würden nach einem Regierungswechsel die Angriffe unterlassen, erfüllten sich somit nicht. Die pakistanischen Stammesgebiete dienen in Afghanistan kämpfenden Extremisten als Rückzugsgebiet.

hen/abe/AFP/dpa
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