Pakistan Zornige Proteste vor Bush-Besuch

Zum Besuch von US-Präsident Bush in Pakistan gleicht die Haupststadt Islamabad einem Hochsicherheitstrakt. Tausende Soldaten und Polizisten gingen in Stellung. Sicherheitskräfte überwachten die Straßen und die Umgebung der US-Botschaft.


Islamabad - US-Präsident George W. Bush ist am frühen Abend zu seinem ersten Besuch in Pakistan eingetroffen. Er bezeichnete Pakistan als wichtigen Freund der Vereinigten Staaten und kündigte für das Wochenende Gespräche mit Präsident Pervez Musharraf über den gemeinsamen Anti-Terror-Kampf an.

Karachi: Tausende demonstrieren gegen Bushs Besuch
AP

Karachi: Tausende demonstrieren gegen Bushs Besuch

Zudem solle darüber beraten werden, wie die Anziehungskraft des radikalen Islamismus gemindert werden könne. Während sich Bush und sein pakistanischer Amtskollege beim Thema Terrorismus einig sein dürften, drohen Konflikte an anderer Stelle: Der amerikanische Schmusekurs mit Pakistans Erzrivalen Indien wird Musharraf nicht gefallen.

Die pakistanischen Sicherheitskräfte sind wegen des Bush-Besuchs in höchster Alarmbereitschaft. Allein in Islamabad sind  rund 4000 Polizisten im Einsatz. Wie bereits in den vergangenen Tagen hat es auch heute im ganzen Land wieder Proteste gegen den Besucher aus den USA gegeben. Schon Stunden vor der Ankunft des US-Präsidenten versammelten sich in mehreren pakistanischen Städten tausende Demonstranten. Viele verbrannten amerikanische Flaggen. So lösten Polizisten in Rawalpindi eine Demonstration gewaltsam auf. Einige der etwa tausend Demonstranten wurden festgenommen. An der Kundgebung im Anschluss an das Freitagsgebet in einer Moschee beteiligten sich Zeugen zufolge vor allem Mitglieder schiitischen Studentenorganisation. In Karachi ging die Polizei mit Tränengas gegen rund tausend Demonstranten vor, die vor dem US-Konsulat gegen den bevorstehenden Besuch protestierten. Die Demonstranten warfen Steine auf die Polizisten, die sich ihnen entgegenstellten.
   
Am Donnerstag riss ein Selbstmordattentäter vor dem US-Konsulat in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi einen amerikanischen Diplomaten und drei weitere Menschen mit in den Tod. "Terroristen und Mörder werden mich nicht davon abhalten, nach Pakistan zu reisen", kommentierte Bush den Anschlag. Das Attentat sei ein Zeichen, dass der Krieg gegen den Terror anhält.



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