Palästina Toter und Verletzte bei israelischem Hubschrauber-Angriff

Beim sechsten Raketenangriff auf den Gazastreifen seit Dienstag hat Israel mindestens einen Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Ziel des Angriffs war ein Auto.


Gaza-Stadt - Nach Angaben von Sanitätern schossen die israelischen Soldaten mindestens zwei Raketen auf ein Auto in Gaza-Stadt ab. Über die Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Israel setzt mit dem Angriff seine Vergeltungsaktionen auf einen palästinensischen Selbstmordanschlag, bei dem 16 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden waren, fort. Zuvor hatte die israelische Armee einen Anschlag auf den Hamas-Führer Abd al-Asis al-Rantissi verübt, bei dem der Hamas-Mann überlebte, acht andere Palästinenser jedoch ums Leben kamen.

Bei den israelischen Vergeltungsschlägen wurden mehrere Menschen getötet, darunter das hochrangige Hamas-Mitglied Jassir Taha sowie dessen Frau und seine einjährige Tochter. Israels Regierung hatte am Freitag in scharfen Worten ihre Bereitschaft zur Vernichtung der radikal-moslemischen Hamas bekräftigt. Die Hamas kündigte ihrerseits weitere Gewalt an.

Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Zeev Boim sagte am Freitag im Armee-Rundfunk: "Als eine Regierung, die verantwortlich für ihre Bürger ist, müssen wir den Krieg bis zum bitteren Ende (gegen die Hamas) führen, weil niemand anders, zumindest zu diesem Zeitpunkt, es tun wird."

Durch die wieder aufgeflammten Feindseligkeiten ist der Nahost-Friedensplan von US-Präsident George W. Bush in Gefahr geraten. Dennoch wollen die USA am Wochenende den Chef einer Beobachter-Gruppe in die Region entsenden. Unter der Leitung des Diplomaten John Wolf soll diese die Umsetzung des Planes beobachten, der bis 2005 zu einem Palästinenser-Staat führen soll.



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