Palästina-Votum Israel stoppt Zahlungen an Unesco

Die Unesco erhält von Israel kein Geld mehr. Damit reagiert das Land auf die Aufnahme der Palästinenser in die Uno-Organisation. Zuvor hatten bereits die USA und Kanada ihre Zahlungen eingefroren.

Jerusalem - Zwei Millionen US-Dollar zahlt Israel jährlich an die Unesco, aber damit soll jetzt Schluss sein: Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu setzt die Zahlungen aus. Grund ist die Aufnahme der Palästinenser in die Uno-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Die Unesco habe mit ihrer Entscheidung dem Bemühen um ein Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern Schaden zugefügt, heißt es in einer Erklärung Netanjahus.

Die USA, Israels wichtigster Verbündeter, hatte bereits am Montag seine Zahlungen an die Unesco gestoppt. Ein Sprecher des Weißen Hauses hatte die Entscheidung der Unesco als "verfrüht" und "kontraproduktiv" bezeichnet.

Wenig später reagierte auch Kanada mit einem entsprechenden Schritt: Die Aufnahme der Palästinenser sei nicht im besten Interesse des Friedens im Nahen Osten, erklärte Außenminister John Baird am Dienstag. Deshalb friere Kanada alle zukünftigen freiwilligen Zahlungen an die Unesco ein.

Die Unesco ist die erste Organisation der Vereinten Nationen, die Palästina als eigenständigen Staat und als Mitglied akzeptiert. Der palästinensische Mitgliedsantrag bei der Uno in New York ist noch in Bearbeitung. Es gilt als sicher, dass er wegen des Vetorechts der USA im Uno-Sicherheitsrat nicht durchkommt.

hen/Reuters/dpa
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