Palästinenser-Konflikt Olmert plant Treffen mit Abbas

Im Bruderkampf der Palästinenser bemüht sich Israel, den gemäßigten Präsidenten Mahmud Abbas zu stärken. Der israelische Premier Olmert will sich mit Abbas treffen, Israel erwägt außerdem die Freigabe von Finanzmitteln für die Palästinenser.


Jerusalem/Gaza - Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte an, sich "sehr bald" mit Abbas treffen zu wollen, nannte aber keinen Termin. Auch Abbas bestätigte, dass Vorbereitungen für ein Treffen im Gange seien. Israel erwägt außerdem die Freigabe von Geldern, die es seit dem Amtsantritt der radikalen Hamas-Regierung zurückhält. Die Hilfen könnten bis zu mehreren hundert Millionen Dollar betragen.

Palästinenserpräsident Abbas: Stärkung im Bruderkampf
REUTERS

Palästinenserpräsident Abbas: Stärkung im Bruderkampf

Israel hält das Geld bislang zurück, weil die Hamas-Regierung sich die Vernichtung des jüdischen Staates zum Ziel gesetzt hat und der Gewalt nicht abschwören will. Auch die Europäische Union und die USA haben den Palästinensern den Geldhahn zugedreht, so dass die Mitarbeiter der Verwaltung seit Monaten auf ihr Gehalt warten.

Der Konflikt zwischen Hamas und der gemäßigten Fatah von Abbas war am Wochenende in gewaltsamen Auseinandersetzungen eskaliert, die am Dienstagabend mit der Vereinbarung einer neuen Feuerpause endeten. Seit seinem Amtsantritt im Januar hat sich der israelische Regierungschef nicht mit Abbas getroffen, der den Machtkampf mit der Hamas durch Neuwahlen beenden will.

Die seit zehn Jahren schwersten innerpalästinensischen Auseinandersetzungen hatten sich an der Absicht Abbas' entzündet, den Machtkampf durch vorgezogene Präsidenten- und Parlamentswahlen zu beenden. Die Hamas lehnt die Pläne als verfassungswidrig ab.

Unterdessen haben militante Palästinenser erneut Raketen in das israelische Grenzgebiet gefeuert. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer oder Sachschäden. Israelische Medien berichteten, binnen 24 Stunden seien acht Raketen in der Negev-Wüste eingeschlagen. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hatte weitere Raketenangriffe angekündigt, nachdem israelische Soldaten im Westjordanland zwei ihrer Mitglieder erschossen hatten.

Seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im Gazastreifen am 26. November sind nach israelischen Angaben 40 Raketen im Grenzgebiet eingeschlagen.

jaf/rtr/dpa



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