Palästinenser Uno schränkt Kontakte zu Hamas-Regierung ein

Die Vereinten Nationen schränken die Kontakte zur neuen palästinensischen Regierung ein. Jede Bitte der Hamas-geführten Autonomiebehörde um politische Gespräche wird künftig geprüft.


New York - Die Hamas hat Israel nicht anerkannt und lehnt es bislang ab, der Gewalt offiziell abzuschwören. Die "Arbeitskontakte" zur palästinensischen Regierung würden zunächst aufrechterhalten, um die humanitäre Hilfe der Uno-Organisationen für die Bevölkerung fortsetzen zu können, sagte Uno-Sprecher Stephane Dujarric. Über weitergehende Kontakte müsse von Fall zu Fall entschieden werden.

Norman Paech, außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte die Entscheidung der Uno. Er halte es für falsch, "die Hamas weiter zu strangulieren", sagte Paech im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Man habe demokratische Wahlen gewollt, nun müsse man auch Kontakt zur Hamas aufnehmen, sagte Paech. Ansonsten werde sich die Lage weiter radikalisieren.

Zuvor hatten bereits Israel, die USA und die EU die Zusammenarbeit mit der Hamas-Regierung beendet beziehungsweise eingeschränkt. Die Weigerung der Hamas, ihre israelfeindliche Position aufzugeben, hat überdies zur Einstellung von finanzieller Unterstützung in Höhe von hunderten Millionen Dollar geführt. Die Autonomiebehörde steht deswegen vor dem Bankrott.

lan/hen/dpa/AFP



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