Palästinenserkonflikt Fatah und Hamas nähern sich an

Im Machtkampf zwischen der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der regierenden radikalislamischen Hamas ist eine Einigung offenbar sehr nahe. Auf beiden Seiten ist von Fortschritten und Einvernehmen die Rede.


Gaza - Es gebe "greifbare Fortschritte" beim nationalen Dialog zwischen den Palästinenserorganisationen, sagte Regierungschef Ismail Hanija von der Hamas. Fatah-Sprecher Tufik Abu Chussa sagte, über fast alle Punkte der so genannten Gefangeneninitiative bestehe Einvernehmen. Der ranghohe Fatah-Vertreter Abdallah Efrengi rechnet trotz einiger Vorbehalte mit einer Einigung Anfang der Woche.

Ismail Hanija: "Greifbare Fortschritte" 
DPA

Ismail Hanija: "Greifbare Fortschritte" 

Präsident Abbas hatte sich bereits am Freitag zuversichtlich gezeigt, dass der innerpalästinensische Streit bis Mitte der Woche beigelegt werden könne. Die so genannte Gefangeneninitiative sieht die Schaffung eines palästinensischen Staates in Koexistenz mit Israel vor. Indirekt läuft dies darauf hinaus, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, was die Hamas-geführte Regierung ablehnt.

Nach bisheriger Planung wollte Abbas die Palästinenser gegen den Widerstand der Hamas-Regierung am 26. Juli über den Entwurf abstimmen lassen. Dann hatte er jedoch am Freitag angedeutet, dass eine Einigung in den Gesprächen mit der Hamas die Volksabstimmung überflüssig machen könne.

Zwischen Fatah und Hamas tobt seit mehreren Wochen ein Machtkampf mit mehreren Toten, bei dem es vor allem um die Kontrolle der von der Fatah dominierten Sicherheitskräfte geht.

ler/AFP



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