Palmyra in Syrien Unesco brandmarkt Tempel-Zerstörung als Kriegsverbrechen

Der Baalschamin-Tempel in der Ruinenstadt Palmyra, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Syriens, ist womöglich zerstört. Die Unesco bezeichnet die Sprengung durch die IS-Miliz als Kriegsverbrechen.

Die antike Stadt Palmyra: IS-Miliz sprengte bedeutenden Tempel
AP

Die antike Stadt Palmyra: IS-Miliz sprengte bedeutenden Tempel


Der Baalschamin-Tempel von Palmyra wurde von den Dschihadisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gesprengt. Die Uno-Kulturorganisation Unesco hat diese Zerstörung als Kriegsverbrechen eingestuft. Sie sei "ein riesiger Verlust für das syrische Volk und die Menschheit", erklärte Unesco-Chefin Irina Bokova. "Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

Der IS hatte die antike Stadt Palmyra Ende Mai erobert. Am Montag berichteten der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamoun Abdulkarim, und mehrere Einwohner aus Palmyra übereinstimmend, dass der IS den Tempel mit einer großen Menge Sprengstoff verwüstet habe. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Zerstörung durch die Dschihadisten.

Das bisher gut erhaltene Bauwerk gilt als eines der wichtigsten in Palmyra. Eine der bedeutendsten Stätten des Unesco-Weltkulturerbes in der Stadt ist damit möglicherweise unwiederbringlich ausgelöscht worden. Zuletzt hatten die IS-Terroristen eine rund 2000 Jahre alte Löwen-Statue in Palmyra zertrümmert sowie islamische Heiligengräber gesprengt. Zudem zerstörten sie Statuen, die Schmugglern abgenommen worden sein sollen. Die historischen Stätten sollen vermint sein.

Zuletzt hatten die Extremisten den früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled Asaad, enthauptet. Er war nach Angaben von Aktivisten am vergangenen Dienstag auf einem Platz der Stadt öffentlich getötet worden. Asaad hatte 40 Jahre lang die archäologischen Stätten in Palmyra geleitet. Trotz des IS-Vormarsches hatte er sich geweigert, die Stadt zu verlassen.

Video: IS-Milizen sprengen Baalschamin-Tempel

vek/AFP/dpa

insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
ackergold 24.08.2015
1.
Es sind Barbaren, die eines Tages dafür werden bezahlen müssen. Mit solchen Unmenschen wird es niemals eine Zusammenarbeit geben. Die internationale Gemeinschaft muss hier unbedingt massiv eingreifen.
vox veritas 24.08.2015
2.
Das interessiert doch inzwischen niemanden mehr, was diese Feinde der Menschheit in Syrien oder sonstwo machen. Ein bisschen Gruseln oder Gänsehaut, das ist alles. Lasst uns wieder dem Dschungelcamp zuwenden.
grifter2012 24.08.2015
3. Jo ... und weiter ...
passieren wird dazu wohl wieder nichts.
deus-Lo-vult 24.08.2015
4.
Und? Was passiert denn den Kriegsverbrechern? Nicht nur, dass es denen am Allerwertesten vorbei geht. Nein, die werden auch niemals belangt werden!!! Siehe Milosevic, Karadzic, etc. Selbst diese beiden wären ohne Hilfe Serbiens noch immer unbehelligt!
iwd 24.08.2015
5. Kann es nicht mehr hören / lesen
Dann macht den den Schuldigen das klar. Aber die USA ist ja weit weg.
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