Palmyra Syrische Armee entdeckt Massengrab

Syrische Soldaten haben nach der Vertreibung des IS aus Palmyra ein Massengrab entdeckt, berichten Staatsmedien. Bei den rund 40 Toten soll es sich um regierungstreue Kämpfer und deren Angehörige handeln.

Syrische Soldaten in Palmyra
AP

Syrische Soldaten in Palmyra


Nach der Rückeroberung der antiken Wüstenstadt Palmyra hat die syrische Armee nach eigenen Angaben dort ein Massengrab mit rund 40 Leichen gefunden. In dem Massengrab seien die Überreste von Zivilisten, darunter auch Kinder, und Soldaten entdeckt worden, hieß es am Samstag aus syrischen Militärkreisen. Sie seien von den Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) "geköpft oder erschossen" worden.

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Bei den Opfern handelt es sich den Angaben zufolge um syrische Soldaten oder regierungstreue Milizionäre sowie deren Familienangehörige. Die Leichen seien in ein Militärkrankenhaus ins syrische Homs gebracht und teils identifiziert worden.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte Angaben aus syrischen Militärkreisen, wonach die Opfer nach der Einnahme von Palmyra durch die IS-Miliz im Mai 2015 exekutiert worden seien. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, die Dschihadisten hätten "während ihrer Besetzung von Palmyra insgesamt mindestens 280 Menschen exekutiert".

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Der IS hatte Palmyra im Mai 2015 erobert. In den folgenden Monaten schockierte die Miliz die Welt mit brutalen Hinrichtungen in den Ruinen der Stadt sowie mit der Zerstörung zweier bedeutender Tempel, des berühmten Triumphbogens und zahlreicher Grabmäler. Die syrische Armee hatte die antike Wüstenstadt mit Unterstützung russischer Luftangriffe vor rund einer Woche vollständig zurückerobert. Archäologen diskutieren derzeit, ob und wie man die zerstörten Tempel wieder aufbauen könnte - mehr dazu im aktuellen SPIEGEL.

hda/AFP



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