Panama Papers Kreml entschuldigt sich bei "Süddeutscher Zeitung"

Goldman Sachs kontrolliert die "Süddeutsche Zeitung" und steuert die Panama-Papers-Enthüllungen? Für diese falschen Behauptungen von Wladimir Putin hat sich der Kreml jetzt entschuldigt.

Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow
AP

Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow


Der Kreml hat sich bei der "Süddeutschen Zeitung" entschuldigt. Hintergrund: Der russische Präsident, Wladimir Putin, hatte die Enthüllungen der Panama Papers am Donnerstag als US-Komplott dargestellt. Die SZ sei ein Werkzeug Washingtons, die Bank Goldman Sachs Eigentümer der Redaktion, sagte Putin in einer TV-Fragerunde.

"Das ist wahrscheinlich unser Fehler, wahrscheinlich mein Fehler", sagte Putins Sprecher Dmitrij Peskow. Es habe tatsächlich eine unbestätigte Information gegeben, die nicht noch einmal überprüft, sondern direkt an Präsident Wladimir Putin gegeben wurde. "Wir bitten den Verlag um Entschuldigung."

Putin hatte in der TV-Show "Der heiße Draht" die Enthüllungsjournalisten angegriffen, die den Datenschatz aus Panama ausgewertet hatten: "Hinter diesen Provokationen stecken amerikanische offizielle Einrichtungen", sagte der Präsident, was zur bisherigen Moskauer Verteidigungslinie passte.

Über die "Süddeutsche Zeitung" sagte er dann, sie gehöre dem amerikanischen Finanzkonzern Goldman Sachs. Sein Sprecher Peskow habe ihm gesagt: "Überall gucken die Ohren der Auftraggeber heraus. Sie schauen heraus, aber sie werden noch nicht einmal rot."

Das Blatt dementierte umgehend jede Verbindung zu Goldman Sachs. Auch Auszüge aus Firmenregistern weisen als Eigentümer des Süddeutschen Verlags die mit 81,25 Prozent beteiligte Südwestdeutsche Medien Holding GmbH in Stuttgart und die Münchner SV Friedmann Holding GmbH aus. Goldman Sachs ist an keiner der beiden Firmen beteiligt.

Putins Name tauchte im Zusammenhang mit der ersten Enthüllung des Rechercheverbands auf: Zwar wurde der russische Präsident in den Dokumenten kein einziges Mal selbst erwähnt. Doch laut "Süddeutscher Zeitung" und dem britischen "Guardian" soll ein Netzwerk aus Briefkastenfirmen zum engsten Zirkel um den russischen Präsidenten führen.

vek/beb/Reuters

insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
gesell7890 15.04.2016
1. Hui,
das ist ja mal ganz was Neues!
ein-berliner 15.04.2016
2. Kreml
Donnerwetter, das hat wirklich Format.
ackergold 15.04.2016
3.
Es war aber auch zu lächerlich, ausgerechnet Prantl und die SZ als von Goldman Sachs gekauft hinzustellen. Absurdität kennt wohl kaum noch Grenzen.
AllesnureinWitz 15.04.2016
4. Unerwartet
Ich bin positiv überrascht, dass man seites des Kremls ausnahmsweise einen Fehler eingesteht. Das steht ja in anderen Fällen, wie dem, um das angeblih vergewaltigte Mädchen in Berlin, bis heute aus. Aber wird auch im russischen Staats-TV über die Korrektur berichtet?
Barath 15.04.2016
5.
Findet ihr nicht, dass die vorherige Artikel-Überschrift "Putins Presselüge" (in dem Artikel selbst wird ja differenzierter geschrieben: "Er habe sich bei seinem Pressesprecher Dmitrij Peskow erkundigt, das Blatt "sei Teil einer Mediaholding, die dem amerikanischen Finanzkonzern Goldman Sachs gehört.") etwas... äh... qualitativ-unbefriedigend ist?
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