Fatale Panne Japan vermeldet Raketenabschuss Nordkoreas

Eine Falschmeldung hat an japanischen Flughäfen für Alarmbereitschaft gesorgt: Ein japanischer Beamter meldete einen Raketenabschuss in Nordkorea. Es ist nicht die erste Panne dieser Art.

Offiziere am Verteidigungsministerium in Tokio: Nordkorea droht Japan mit Vergeltung
AFP

Offiziere am Verteidigungsministerium in Tokio: Nordkorea droht Japan mit Vergeltung


Tokio - Je weiter die Korea-Krise voranschreitet, desto nervöser scheinen die beteiligten Seiten zu werden: Ein japanischer Beamter hat am Samstag für Aufregung gesorgt, als er die Flughäfen des Landes versehentlich über einen angeblichen Raketenabschuss durch Nordkorea informierte.

Wie das Verkehrsministerium mitteilte, wollte der Beamte der Luftfahrtbehörde in Osaka eigentlich eine Warnung wegen des Erdbebens an die Flughäfen verschicken, das am Samstag den Westen des Landes erschütterte. Stattdessen versendete er zu schnell eine in Erwartung eines möglichen nordkoreanischen Raketenstarts vorbereitete Alarmmeldung.

87 Flughafenbüros landesweit waren von der Falschmeldung betroffen. Zwar wurde diese nach sechs Minuten zurückgezogen, doch wurde mindestens ein Inlandsflug wegen des Fehlers verschoben.

Es ist nicht die erste Panne dieser Art, die den Japanern angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und den anhaltenden Drohungen aus Nordkorea passiert: Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Yokohama versehentlich einen nordkoreanischen Raketenabschuss vermeldet: "Nordkorea hat eine Rakete gestartet", verkündete die Stadtverwaltung auf Twitter über ihr Konto @yokohama_saigai. Daraufhin rief ein Follower dort an und machte die Behörde auf den Fehler aufmerksam, der daraufhin nur noch eine ähnliche Entschuldigung wie jetzt dem Flughafenbeamten blieb: "Wir hatten die Nachricht vorbereitet, aber aus unbekannten Gründen wurde sie versehentlich versendet."

Nordkorea drohte Japan am Freitag mit einem Vergeltungsschlag, sollte sich Tokio in einen möglichen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel einmischen. Zwar kündigte Pjöngjang bislang offiziell keinen Abschuss an, Beobachter rechnen aber mit einem Raketenstart in den Tagen rund um den Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung am Montag.

cib/AFP

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Dr.pol.Emik 13.04.2013
1. Entspannung dringend gesucht …
… nun die gibt es auch zu diesem Thema, absolute Entwarnung zunächst und der Grund ist noch viel besser: Nordkorea sagt Raketentests wegen Windows 8 Bugs ab (http://qpress.de/2013/04/12/nordkorea-sagt-raketentests-wegen-windows-8-bugs-ab/) … (auch eine Falschmeldung) … aber die liest sich besser, denn mit Hysterie kommen wir in der Sache eh nicht weiter. So eine Meldung ist aber auch viel wahrscheinlicher als massenhafte nordkoreanische Raketenstarts … (°!°)
Hamberliner 13.04.2013
2. Endlich bequemt sich mal einer zu verraten wofür NK Japan Vergeltung androht.
Zitat von sysopAFPEine Falschmeldung hat an Japanischen Flughäfen für Alarmbereitschaft gesorgt: Ein japanischer Beamter meldete einen Raketenabschuss in Nordkorea. Es ist nicht die erste Panne dieser Art. http://www.spiegel.de/politik/ausland/panne-japan-vermeldet-versehentlich-raketenabschuss-nordkoreas-a-894176.html
Das hat aber gedauert. Verschiedene Medien, auch SPON, haben es bisher nicht für nötig gehalten glaubhaft zu verraten, _wofür_ Nordkorea Vergeltung an Japan androht. In bisherigen Meldungen wurde das entweder weggelassen oder durch offensichtlichen Unsinn ersetzt. Völlig unplausibel und demzufolge offenbar wahrheitswidrig wurde bisher bhauptet, das Abfangen nur solcher Raketen, die nicht nach Südkorea, nicht in die USA sondern konkret nach Japan unterwegs sind, also blanke Selbstverteidigung, sei für Nordkorea ein Vergeltungsgrund. Erst jetzt wird das durch etwas plausibleres ersetzt. Lieber SPON, liebe Medien: egal wie einig wir uns alle sind, dass der Kim-Clan sich immer mehr ins Unrecht reitet, wir User wollen uns gerne auf der Basis neutraler, vollständiger, wahrheitsgemäßer Berichte selbst eine Meinung bilden und diese nicht vorgekaut bekommen. Wegzulassen, wofür Vergeltung angedroht wird oder dies wahrheitswidrig durch unplausiblen Quatsch zu ersetzen nenne ich Zensur und eine Missachtung des Vermächtnisses von Hajo Friedrichs: Ein guter Journalist macht sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.
shatreng 13.04.2013
3. Militärs zurück in den Sandkasten
Zitat von sysopAFPEine Falschmeldung hat an Japanischen Flughäfen für Alarmbereitschaft gesorgt: Ein japanischer Beamter meldete einen Raketenabschuss in Nordkorea. Es ist nicht die erste Panne dieser Art. http://www.spiegel.de/politik/ausland/panne-japan-vermeldet-versehentlich-raketenabschuss-nordkoreas-a-894176.html
Genau davon geht die größte Gefahr im Moment aus! Alle beschränkten Militärs und Hardlinger der Welt sitzen vor ihren Spielzeugen und wollen Krieg spielen. Falschinterpretation von Informationen nehmen zu und tragen zur Verschärfung der Lage bei. Alles wie immer, die Militärs schützen niemanden, sondern gefährden uns alle.
wolfi55 13.04.2013
4. Japanische Regierungsstellen und Qualifikation
Hallo, spätestens bei Fukushima hat man gesehen wie qualifiziert die japanische Regierung ist. Das zieht sich quer durch alle Ebenen.
thanks-top-info 13.04.2013
5. die bereiten also Twitter Nachrichten vor, für den Fall das?!?
wie behämmert muss man sein, ganz abgesehen davon das dieser neumodische Twitterkram ohnehin nur Kinderkram ist
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