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Flüchtlinge in Seenot Papst kritisiert Blockade von Rettungsschiffen

Papst Franziskus hat mehr Hilfe für Flüchtlinge auf dem Meer gefordert. Der "Schrei der Verzweiflung" all jener, die ihren Tod auf hoher See riskierten, dürfe nicht überhört werden.

Papst Franziskus hat bei einem Treffen mit Migranten die Blockade von Rettungsschiffen auf dem Meer scharf kritisiert.

"Es ist die Ungerechtigkeit, die viele Migranten dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie zwingt, Wüsten zu durchqueren und Missbrauch und Folter in Gefangenenlager zu ertragen. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie zurückweist und sie im Meer sterben lässt", sagte Franziskus im Vatikan.

Wie könne man den "Schrei der Verzweiflung" derer ignorieren, die eher den Tod im Meer riskierten, als "langsam in den libyschen Lagern zu sterben, Orten der Folter und der Sklaverei". Er danke denen, die sich für die Rettung einsetzten, ohne Fragen zu stellen. "Das Problem löst man nicht, wenn ihre Schiffe auf dem Meer blockiert werden", sagte der Pontifex.

Der Vatikan hatte kürzlich 33 Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos nach Italien geholt. Bei der Audienz im Vatikan wurde ein großes Kreuz mit einer Rettungsweste an die Wand gehängt.

jki/dpa