Papua-Neuguinea James Marape zum neuen Regierungschef gewählt

Nach wochenlangen Machtkämpfen hat Papua-Neuguinea einen neuen Ministerpräsidenten: Ex-Finanzminister James Marape. Er folgt auf Peter O'Neill, der nach heftiger Kritik zurückgetreten war.

James Marape wird umarmt, nachdem er zum neuen Premierminister gewählt wurde
Vanessa Kerton/ AFP

James Marape wird umarmt, nachdem er zum neuen Premierminister gewählt wurde


Der Inselstaat Papua-Neuguinea hat einen neuen Premierminister: Zum Nachfolger des zurückgetretenen Regierungschefs Peter O'Neill wurde am Donnerstag der ehemalige Finanzminister James Marape gewählt. Der 64-Jährige bekam nach wochenlangen Machtkämpfen im Parlament der Hauptstadt Port Moresby eine klare Mehrheit. Für Marape stimmten 101 von 111 Abgeordneten. Der ehemalige Premierminister Mekere Morauta erhielt nur acht Stimmen.

O'Neill hatte den Pazifikstaat seit 2011 regiert. Marape war Finanzminister unter ihm gewesen, erklärte dann jedoch seinen Rücktritt wegen "unüberbrückbarer Differenzen über die Wirtschaftspolitik". Auch andere Minister verließen das Kabinett - und O'Neill geriet im Parlament zunehmend unter Druck. Mit seinem Rücktritt kam er einem Misstrauensvotum zuvor. Er scheiterte mit dem Versuch, einen Vertrauten als Nachfolger durchzusetzen.

Zuletzt stand O'Neill wegen eines milliardenschweren Geschäfts mit den Energiekonzernen Total und ExxonMobil zur Verdoppelung der Gas-Exporte in der Kritik. Marape war aus Protest gegen diesen Deal als Finanzminister zurückgetreten. Nach seiner Wahl sagte Marape nun, dass er die Gesetze zur Ausbeutung natürlicher Ressourcen verschärfen will: "Ich habe jedes Recht, die Ressourcen-Gesetze zu verändern."

Der alte und der neue Premierminister: Peter O'Neill (l.) und James Marape (r.) in Port Moresby
CHRISTOPHER HAWKINS / OFFICE OF THE PRIME MINISTER PAP/ AFP

Der alte und der neue Premierminister: Peter O'Neill (l.) und James Marape (r.) in Port Moresby

Papua-Neuguinea - ein Land mit etwa acht Millionen Einwohnern im Osten der Insel Neuguinea - gehört trotz vieler Bodenschätze zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Korruption ist weit verbreitet. Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen, einem weltweiten Vergleich, liegt Papua-Neuguinea weit hinten auf Platz 153.

aar/dpa/Reuters/AFP



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bo-do 30.05.2019
1. Bitte mehr solchen Journalismus!
Ich bin wirklich sehr froh, hier über dieses Problem zu lesen. Zuallererst, weil hier Nutznießer der Globalisierung klar als Unterdrücker von sozioökonomisch sowieso schon stark Benachteiligten zumindest mal moralisch angeklagt werden. Solche ausbeuterischen Geschäfte als von Wirtschafts- und Politikinteresse geleitete Vereinbarungen zu bezeichnen, darf einfach nicht mehr unserem Zeitgeist entsprechen. Daher verbinde ich mit meiner Freude über diesen Artikel die Hoffnung, dass weiter über diese Geschichte berichtet wird, auch um den neuen Ministerpräsidenten zu unterstützen.
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