39-jähriger Bosnier Bataclan-Anschlag in Paris - Terrorverdächtiger in Deutschland festgenommen

Die Staatsanwaltschaft in Dresden hat mitgeteilt, dass ein Mann festgenommen wurde, der vor vier Jahren am Anschlag in Paris beteiligt gewesen sein könnte. Gegen ihn liegt ein Europäischer Haftbefehl vor.

Paris, 2015: Polizeiaufgebot nach dem Anschlag
FRANCOIS GUILLOT/ AFP

Paris, 2015: Polizeiaufgebot nach dem Anschlag


Im November 2015 erschütterten schwere Anschläge die französische Hauptstadt. Dutzende Menschen wurden getötet. Knapp vier Jahre später ist in Sachsen-Anhalt ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Der 39 Jahre alte Bosnier wurde vor einer Woche gefasst. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit. Gegen den Mann liege ein Europäischer Haftbefehl der belgischen Behörden wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Zusammenhang mit den Terroranschlägen unter anderem auf die Konzerthalle Bataclan vor.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt prüft nun die Auslieferung des Mannes nach Belgien. Den Angaben zufolge wurde er in der Nacht zum 20. Juni von Spezialkräften des BKA im Raum Merseburg festgenommen. Aufgrund des bestehenden Europäischen Haftbefehls wurde er dem Ermittlungsrichter vor dem Amtsgericht Merseburg vorgeführt und befindet sich derzeit in vorläufiger Auslieferungshaft.

Spezialkräfte des BKA führten die Festnahme durch

Der Verdächtige war aufgrund einer anderen Ermittlung in den Blick der Behörden geraten. Dabei ging es um zwei andere Bosnier und einen möglichen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Die Festnahme des 39-Jährigen führten Spezialkräfte des Bundeskriminalamts durch, Kriegswaffen fanden sie laut Mitteilung allerdings nicht. In diesem ersten Verfahren folgte deshalb auch kein Haftbefehl. Für das Auslieferungsverfahren sei nun die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt zuständig.

Islamistische Kommandos hatten am 13. November 2015 in Paris das Fußballstadion Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Restaurants überfallen. Sie töteten 130 Menschen und verletzten zahlreiche weitere.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, der nun Festgenommene sei ins Visier der Ermittler geraten, weil gegen ihn selbst und einen weiteren Bosnier wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt worden sei. Tatsächlich handelte es sich bei den Verdächtigen in diesem ursprünglichen Fall um zwei andere Bosnier.

aev/AFP



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