Gedenken an Terroropfer Um 12 Uhr am Montag schweigt Europa

Alle Europäer sollen ein Zeichen gegen den Terror setzen: Die Staats- und Regierungschefs der EU rufen jeden einzelnen EU-Bürger zu einer Schweigeminute auf. Die Innenminister vereinbarten ein Sondertreffen.
Kondolenzkerzen für Opfer von Paris: "Angriff gegen alle EU-Staaten"

Kondolenzkerzen für Opfer von Paris: "Angriff gegen alle EU-Staaten"

Foto: STEPHEN LAM/ REUTERS

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben für diesen Montag um 12 Uhr alle Europäer zu einer Schweigeminute aufgerufen. "Das Gute ist stärker als das Böse", schrieben sie am Wochenende in einer gemeinsamen Stellungnahme  mit den EU-Institutionen. "Wir werden alles Notwendige tun, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen." Die Anschläge von Paris seien ein Angriff gegen alle EU-Staaten.

Am kommenden Freitag wollen außerdem die Innen- und Justizminister der EU-Staaten auf einem Sondertreffen über die Konsequenzen aus den Anschlägen beraten. Ziel des Treffens sei es, die "europäische Reaktion zu verstärken" und die Umsetzung beschlossener Maßnahmen zu sichern, erklärte die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte das Treffen gefordert. Der Kampf gegen den Terrorismus müsse "auf allen Ebenen noch verstärkt werden und besonders auf der europäischen und der internationalen Ebene", erklärte sein Ministerium. Dabei gehe es auch um mögliche Änderungen am Schengen-Abkommen über offene Grenzen.

Nach der Terrorserie von Paris hat EU-Ratspräsident Donald Tusk die G20 zu konkreten Taten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus aufgerufen. "Frankreich erwartet Taten", sagte Tusk kurz vor Beginn des G20-Gipfels im südtürkischen Belek bei Antalya. "Das kann nicht nur ein weiterer Gipfel sein." Die G20 hätten eine "besondere Verantwortung", die internationalen Finanzsysteme zu bekämpfen, die Terrornetze mit Geldern ausstatteten.

Tusk forderte "jeden der G20-Regierenden" dazu auf, sich bei militärischen Operationen in Syrien auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu konzentrieren. "Sie sind der wahre Feind der freien Welt, nicht die moderate syrische Opposition." Russland wird vorgeworfen, Gegner des Regimes von Baschar al-Assad anzugreifen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rief dazu auf, die Terroristen von Paris nicht zu verwechseln mit den "Asylsuchenden, mit den Migranten, die gute Gründe haben, an unsere Tür zu klopfen". Er sagte weiter: "Es sind diejenigen, die diese Angriffe organisieren und ausgeführt haben, vor denen die Flüchtlinge fliehen."

ssu/lov/AFP/dpa
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