Vorfall bei Pariser "Gelbwesten"-Demo Mann wegen antisemitischer Beleidigung verurteilt

Bei einer Gelbwesten-Demo in Paris hatte ein Mann den jüdischen Philosophen Alain Finkielkraut beleidigt. Ein Gericht verurteilte ihn dafür nun zu einer Bewährungsstrafe.

Kamera One

Im Prozess um antisemitische Ausfälle am Rande einer Gelbwesten-Kundgebung in Paris ist ein Mann zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn schuldig, den französischen Philosophen Alain Finkielkraut beleidigt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate Haft auf Bewährung gefordert. Der Anwalt des Verurteilten kündigte Rechtsmittel an. (Mehr über den Vorfall lesen Sie hier.)

Die Beschimpfungen des 36-Jährigen hätten "antisemitischen Charakter" gehabt, urteilte das Gericht. Er habe sich Stereotypen bedient, wonach Juden nicht Teil der französischen Nation seien. Der Angeklagte hatte gestanden, Finkielkraut beschimpft zu haben, weil er dessen "zionistische" Ansichten ablehne. Den Vorwurf des Antisemitismus wies er jedoch zurück. Ihm werden Äußerungen wie "dreckiger Zionist", und "Frankreich gehört uns" zur Last gelegt.

Der Vorfall hatte sich Mitte Februar am Rande einer Gelbwesten-Demo in Paris ereignet. Die Schmähungen sind auf Videoaufnahmen dokumentiert, die im Internet verbreitet wurden. Zu sehen ist, wie mehrere Menschen den jüdischen Philosophen beleidigen.

Finkielkraut ist einer der bekanntesten Intellektuellen Frankreichs. Der Gelbwesten-Bewegung stand er zunächst positiv gegenüber, später wandte er sich aber davon ab.

asa/AFP

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