Terror von Paris Menschen suchen auf Twitter und Facebook nach Angehörigen

Soziale Netzwerke spielen für Menschen, die um Angehörige oder Freunde bangen, nach dem Terror von Paris eine wichtige Rolle. Facebook richtete eine Seite an, auf der man sich selbst oder andere als sicher markieren kann.

Facebook-Seite zu den Anschlägen in Paris
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Facebook-Seite zu den Anschlägen in Paris


Mehr als 120 Menschen sind tot. Rund hundert weitere schweben in Lebensgefahr. In den chaotischen Stunden nach den Anschlägen in Paris haben viele Menschen über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook nach ihren Nächsten gesucht.

"Alarm! Wenn jemand etwas hört von Lola, 17 Jahre, heute Abend im #Bataclan, nehmen Sie Kontakt mit uns auf", schrieb ein Nutzer über Twitter. Ein anderer gab bekannt: "Ich suche meine kleine Schwester Soad." Mit Fotos als Unterstützung suchten unter dem Hashtag #rechercheParis viele über Twitter nach ihren Angehörigen, die sich an einem der Anschlagsorte wie dem Fußballstadion Stade de France, in einem der Restaurants oder in dem Konzertsaal Bataclan aufgehalten hatten, in dem allein mindestens 87 Menschen getötet wurden.

Gleichzeitig gab es unter dem Hashtag #PorteOuverte (#OffeneTür) eine Welle der Solidarität mit den Menschen, die wegen der Anschläge nicht nach Hause konnten oder keine Bleibe hatten. Tausende Bewohner von Paris boten ihre Wohnungen für völlig Unbekannte über Twitter an. In der Nacht gab es binnen weniger Stunden 480.000 Tweets dazu.

Facebook richtete eine Seite ein, auf der man selbst Personen, zu denen man Kontakt hatte, über die man gehört hatte oder sich selbst als "sicher" markieren konnte. In der Timeline wird angezeigt, welche Freunde in Sicherheit sind.

Die Pariser tauschten über die sozialen Netzwerke auch Ratschläge aus, wie mit der Krisensituation umzugehen sei. "Wenn ihr nicht wisst wohin, das Rathaus im 11. Arrondissement ist offen", hieß es in einer Botschaft. Viele nutzten auch das Schlüsselwort "Noussommestousunis" (Wir sind alle geeint), um ihre Solidarität mit den Menschen in Paris zum Ausdruck zu bringen.

Nach den Anschlägen im Januar auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" hatte sich das Schlüsselwort "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) weltweit verbreitet und wurde zu einem Symbol für die Solidarität mit Frankreich und den Anschlagsopfern. Auch diesmal wurden auf Facebook zahlreiche Zeichnungen, Symbole und anteilnehmende Zeilen veröffentlicht.

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Ein von Joann Sfar (@joannsfar) gepostetes Foto am

anr/AFP

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