Sicherheitsrisiko Solidarität Paris rüstet sich für den Trauermarsch der Hunderttausende

Hunderttausende werden zum Gedenkmarsch für die Opfer der Anschläge in Paris erwartet, darunter Dutzende Staats- und Regierungschefs. Das Sicherheitsaufgebot ist riesig - Bodyguards und Scharfschützen auf den Dächern inbegriffen.


Paris - "Wir sind nicht nur in Zorn und Empörung vereint, sondern in Solidarität und Engagement gegen Extremisten", sagte US-Außenminister John Kerry vor Beginn der Großkundgebung für die 17 Opfer der islamistischen Anschläge in Paris.

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Heft 3/2015
Anschlag auf die Freiheit

Die große Demonstration dieser Solidarität wird Hunderttausende Menschen ab 15 Uhr auf die Straßen von Paris bringen. Knapp 50 Staats- und Regierungschefs haben sich angekündigt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier David Cameron und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Außerdem dabei sind EU-Kommissionchef Jean-Claude Juncker sowie der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. US-Präsident Barack Obama wird nicht erwartet.

Schon in friedlichen Zeiten wäre ein solcher Demonstrationszug eine Herausforderung. Nach dem Angriff auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" und die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt ist die Sicherheitslage in Frankreich mehr als prekär. "Wir befinden uns im Kriegszustand", sagte der Vorsitzende des jüdischen Dachverbands in Frankreich (Crif), Roger Cukierman bei einem Treffen mit Staatspräsident François Hollande.

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Trauermarsch in Paris: "Wir sind im Kriegszustand"
Nach einem Krisentreffen im Elysée-Palast verkündete Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve, die höchste Sicherheitsstufe des Anti-Terror-Plans Vigipirate werde im Großraum Paris beibehalten. Laut Regierungsangaben sollen etwa 2200 Einsatzkräfte den Marsch in Paris absichern. Zusätzlich sollen 2000 Polizisten und 1350 Soldaten im Großraum Paris im Einsatz sein. "Scharfschützen werden auf den Häuserdächern entlang der Strecke Stellung beziehen", kündigte Cazeneuve an.

Mindestens 150 Sicherheitskräfte in Zivil werden sich um prominente Gäste kümmern. 20 Teams der französischen Antikriminalitätsbrigade BAC sollen sich um die "Erfassung verdächtiger Personen" kümmern.

Zwei Hauptrouten durch die französische Hauptstadt wird es geben: Sie laufen von der Place de la République zur Place de la Nation - die eine etwa drei Kilometer über den Boulevard Voltaire, die andere nördlich davon über die Avenue Philippe Auguste und die Avenue de la République. Zehn Metrostationen in dem Bereich werden während des "Republikanischen Marsches" geschlossen sein. Die Nutzung sämtlicher öffentlichen Transportmittel ist am Sonntag gratis.

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Bereits am Vormittag wollen die Innenminister mehrerer EU-Staaten und der USA in Paris über den Kampf gegen den Terrorismus sprechen. Zu dem "Austausch über die gemeinsame Herausforderung, die die Terroristen für uns bedeuten", lud Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve ein. Unter anderem wird Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwartet, der sich am Wochenende mit einem eindringlichen Aufruf zu mehr Wachsamkeit an die Bürger in Deutschland gewandt hat. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die engere Zusammenarbeit der Geheimdienste, der Kampf gegen islamistische Propaganda und ein besserer Informationsaustausch über westliche Dschihadisten.

Auch in Bordeaux, Rennes, Lyon, Montpellier, Clermont-Ferrand, Grenoble und Marseille werden sich die Menschen zu Trauermärschen versammeln. Bereits am Samstag hatten in ganz Frankreich mehr als 700.000 Menschen gegen Extremismus demonstriert. Die Teilnehmer der spontanen Kundgebungen in zahlreichen französischen Städten hielten Stifte, Titelseiten der Satirezeitung "Charlie Hebdo" oder Schilder mit der Aufschrift "Keine Angst" hoch.

Die rechtsextreme Partei Front National (FN), über deren Teilnahme an der Demonstration heftig gestritten worden war, rief zu separaten Kundgebungen auf. FN-Chefin Marine Le Pen forderte ihre Anhänger auf, aus Protest gegen die etablierten Parteien nicht in Paris, sondern in der Provinz auf die Straße zu gehen.

Der Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) drohte nach Angaben von US-Experten mit neuen Attentaten. "Ihr werdet nicht mit Sicherheit gesegnet sein, so lange ihr Allah, seinen Verkünder und die Gläubigen bekämpft", sagte der Aqap-Vertreter Harith bin Ghazi al-Nadhari in einem Video.

ala/AFP

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nabakov 11.01.2015
1. Artikel-Überschrift
@SPON Es lautet korrekterweise 'der Hunderttausend' oder 'von Hunderttausenden', aber sicherlich nicht "der Hunderttausenden".
Merbod 11.01.2015
2. Genitiv
Ja, ja, "der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." Ich dekliniere für den Redakteur / die Redakteurin: Nominativ: die Hunderttausende Genitiv: der Hunderttausende Dativ: den Hunderttausenden Akkusativ: Die Hunderttausende
Wildes Herz 11.01.2015
3. @ nabakov
Zitat von nabakov@SPON Es lautet korrekterweise 'der Hunderttausend' oder 'von Hunderttausenden', aber sicherlich nicht "der Hunderttausenden".
Und warum genau soll das nun ("sicherlich") nicht stimmen? http://www.faz.net/aktuell/politik/gebet-der-hunderttausenden-1599312.html http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/1214086/reportage--platz-der-hunderttausenden.html http://www.welt.de/politik/ausland/article122701555/Massendemonstration-der-Hunderttausenden-in-Kiew.html etc. pp.
mehrgedanken 11.01.2015
4. Wortwahl!?
Nur machen die Medien immer und immer wieder denselben Fehler: Islamismus bedeutet zunächst einmal nur die Verbindung von Religion und Politik. Das ist in Europa aber endlich strikt getrennt! besonders in Frankreich. Hier geht es um Terror gegen Bürger, auch wenn sich die Mörder auf den Islam berufen. Ihre Begründung ist scheinheilig verlogen-und so hoffe ich dass viele muslimische Bürger mit protestieren gegen Verbrechen mitten in Europa.
michemar 11.01.2015
5. Wir sollten uns nicht herunterkriegen lassen
die beste und einzige sinnvolle Signal von Solidarität wäre wenn jede Zeitschrift und Zeitung in der freien westlichen Welt diese Karikaturen nachdrucken würde. Wir sollten diesen Fanatiker die meinen die Gott Ihnen das Morden befohlen hat zeigen, dass wir uns von einer Clique von Psychopathen nicht in die Knie zwingen lassen. Die einzigen bis jetzt den Mut dazu gahabt haben war der Hamburger Morgenpost.
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