Parlamentswahl Frankreichs Wähler bleiben zuhause

Heute läuft in Frankreich die zweite und entscheidende Runde der Parlamentswahlen. Den Prognosen zufolge wird vermutlich das bürgerliche Lager nach fünf Jahren die Mehrheit zurückerobern.


Paris - Auch die zweite Runde der Wahlen hat mit einem schwachen Wählerinteresse begonnen. Bis 17 Uhr hatten erst 46,7 Prozent der 37 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das waren noch weniger als in der ersten Wahlrunde vor einer Woche, bei der sich zu diesem Zeitpunkt 50,6 Prozent beteiligt hatten. Bei den Parlamentswahlen 1997 lag die Wahlbeteiligung um 17 Uhr mit 58,1 Prozent deutlich höher. Die Franzosen können auf dem Land noch bis 18 und in den Großstädten bis 20 Uhr wählen

Zuversichtlich an der Wahlurne: Präsident Jacques Chirac
DPA

Zuversichtlich an der Wahlurne: Präsident Jacques Chirac

Sechs Wochen nach der Wiederwahl von Präsident Jacques Chirac kann sein bürgerliches Lager mit einer klaren absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen. Die gemäßigte Rechte würde das Parlament damit nach fünf Jahren von der Linken zurückerobern. Nach dem Sieg der Chirac-Partei UMP in der ersten Runde hatte die Linke versucht, ihre Wähler zu mobilisieren. Denn mit lediglich 64,4 Prozent war die Beteiligung so niedrig wie noch nie bei einer Parlamentswahl gewesen.

In der zweiten Runde geht es noch um 519 der 577 Parlamentssitze. In den übrigen 58 Wahlkreisen hatten überwiegend rechte Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit bereits vor einer Woche erreicht. Beim zweiten Urnengang reicht die relative Mehrheit.

Chirac hatte nach seiner Wiederwahl den rechtsliberalen Jean-Pierre Raffarin zum Premierminister ernannt. Seitdem warb er für eine rechte Mehrheit, um nicht wieder mit einer linken Regierung zusammenarbeiten zu müssen.



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