Parlamentswahl Griechenland bestätigt Simitis im Amt

Bei der Parlamentswahl in Griechenland ist Ministerpräsident Konstantin Simitis von der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) aus einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen als Sieger hervorgegangen. Die Griechen sahen in ihm den Garanten der wirtschaftlichen Stabilität.


Wahlsieger Simitis
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Wahlsieger Simitis

Athen - Als das Bangen der Sozialisten nach einer dramatischen Wahlnacht am Morgen in Jubel umschlug, waren sich alle einig: Der knappe Sieg über die Konservativen war das Verdienst ihres Partei- und Regierungschefs Kostas Simitis. "Wir haben ihm und nicht seiner Partei die Stimme gegeben", sagten viele Wähler.

Der 64-jährige Jurist und Wirtschaftsprofessor Simitis hat seine Anhänger vor allem als willensstarker Mann an der Regierungsspitze überzeugt, obwohl viele Bürger wegen eines rigiden Sparprogramms ihre Arbeitsplätze verloren. Dafür schuf er aber die Voraussetzung für den Beitritt seines Landes zur Europäischen Währungsunion.

Außenpolitisch ist die bisherige Amtszeit von Simitis mit der Annäherung an die Türkei verbunden. Beide Länder sind seit Jahrzehnten wegen des Zypern-Konflikts und des Streits um Hoheitsgewässer in der Ägäis verfeindet.

Ein schärferer Wind als bislang dürfte zweifellos in der Innenpolitik wehen, da die Wähler die Rolle von Oppositionschef Kostas Karamanlis und seiner Neuen Demokratie (ND) deutlich gestärkt haben. Die ND hat künftig 125 statt bisher 103 Abgeordnete im Parlament. Die Sozialisten haben mit 158 Abgeordneten die absolute Mehrheit, aber drei Sitze weniger als bisher. Der Kampf um die Arbeitsplätze dürfte die innenpolitischen Auseinandersetzungen in Athen beherrschen.

Takis Tsafos



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