Parlamentswahl in Bangladesch Erdrutschsieg für Scheich Hasina

Sie war klare Favoritin und hat die Parlamentswahl in Bangladesch deutlich gewonnen: Die frühere Ministerpräsidentin Scheich Hasina kommt mit ihrer Partei und künftigen Regierungspartnern auf 262 der 300 Sitze. Die Rivalin Khaleda Zia blieb chancenlos.


Dhaka - Es ist ein Erdrutschsieg für Scheich Hasina und ihre linksgerichtete Awami-Liga. Bei der Parlamentswahl in Bangladesch hat die frühere Ministerpräsidentin zusammen mit künftigen Regierungspartnern 262 der 300 Parlamentssitze errungen. Den Angaben der staatlichen Wahlkommission zufolge kam die rivalisierende Nationalpartei BNP mit ihrer Spitzenkandidatin Khaleda Zia auf 32 Sitze.

Fünf Mandate gingen an unabhängige Bewerber. In einem Wahlkreis wurde die Abstimmung aufgrund des Todes eines Kandidaten verschoben. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Wahlbeobachtern bei etwa 70 Prozent.

Zias Nationale Partei beklagte am Montagabend Unregelmäßigkeiten bei der ersten Parlamentswahl seit sieben Jahren.

Beobachter bezweifeln, dass Hasina und Zia die dringend benötigten Reformen in dem verarmten Staat mit 150 Millionen Einwohnern durchsetzen werden. Von 1991 bis 2006 waren sie abwechselnd Ministerpräsidentin: Hasina von 1996 bis 2001, Zia von 1991 bis 1996 und von 2001 bis 2006. Die 15 Jahre der Regierungszeit beider waren geprägt von Korruption, Misswirtschaft und Massenprotesten der jeweiligen Opposition, die das Land lähmten.

Bangladesch wird seit Januar 2007 von der derzeitigen Interimsregierung geführt, die von den Streitkräften unterstützt wird. Damals sagte Staatspräsident Iajuddin Ahmed wegen wochenlanger Unruhen eine bereits angesetzte Parlamentswahl ab und verhängte den Ausnahmezustand.

hen/AP/dpa



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