Verdacht auf Spionage in Moskau US-Außenminister Pompeo fordert Zugang zu inhaftiertem US-Bürger

Er soll nur eine Hochzeit besucht haben, dann verschwand er: Ein in Russland unter Spionageverdacht verhafteter US-Amerikaner wird weiter festgehalten. Nun schaltet sich die US-Regierung ein.

Paul Whelan
WHELAN FAMILY/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Paul Whelan


Der vom russischen Geheimdienst FSB verhaftete US-Bürger Paul Whelan ist nach Angaben seines Bruders ein ehemaliger Soldat der Marines, der in Moskau eine Hochzeitsfeier besuchte, von der er am 28. Dezember verschwand.

Der FSB hatte zunächst nur mitgeteilt, man habe gegen einen US-Amerikaner ein Verfahren eröffnet. Er sei auf frischer Tat "bei einem Akt der Spionage" ertappt worden. Die USA seien von Russland über die Verhaftung informiert worden, hatte das US-Außenministerium am Montag mitgeteilt.

Außenminister Pompeo verlangte die sofortige Freilassung Whelans, wenn seine Inhaftierung nicht rechtmäßig gewesen sei. Er forderte erneut, gemäß des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, den Zugang von Vertretern der US-Botschaft zu dem Festgenommenen.

Der Bruder des Verdächtigen, David Whelan, sagte dem Fernsehsender CNN, der Ex-Soldat Whelan habe im Irak gedient und Russland in den vergangenen Jahren vielfach sowohl privat aus als auch geschäftlich bereist. Im Rahmen der Hochzeitsfeier habe er für die Gäste das touristische Programm organisiert.

Die Beziehungen Russlands zu den USA haben sich seit der Annexion der Halbinsel Krim 2014 verschlechtert. Seither haben die USA und etliche andere westliche Staaten Sanktionen gegen Russland verhängt. In seinem Neujahrsschreiben bot Russlands Präsident Wladimir Putin zuletzt US-Präsident Donald Trump einen "weitreichenden Dialog" an.

cht/Reuters/ dpa

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