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20. November 2016, 07:26 Uhr

Obama über Trump

"Erwartet nicht das Schlechteste"

Die Wahl von Donald Trump sorgt auch rund um den Pazifik-Gipfel in Peru für Unsicherheit. Welchen Kurs wird der kommende US-Präsident nehmen? Amtsinhaber Barack Obama versuchte zu beruhigen.

Bei seinem letzten großen öffentlichen Auftritt im Ausland hat US-Präsident Barack Obama vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Donald Trump gewarnt. "Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen", sagte er in Lima bei einer Veranstaltung mit 1000 Studenten und jungen Führungskräften.

Nach jeder Wahl gäbe es ein Gefühl der Unsicherheit. "Es wird nicht das Gleiche sein, wie er regiert und wie er Wahlkampf gemacht hat", versucht Obama zu beruhigen.

Eine Studentin will zum Schluss vom US-Präsidenten wissen, was er jungen Leuten rät. "Nicht die Vergangenheit ignorieren, sondern von ihr lernen", antwortet Obama. Die Demokratie verteidigen. Er sei gerade noch in Athen, dem Geburtsort der Demokratie gewesen.

Die Unsicherheit zeigt sich auch bei den am Gipfel teilnehmenden Politikern. Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einem Treffen mit Obama, nach der Wahl von Trump stünden die Beziehungen beider Länder vor einem "entscheidenden Moment". Washington und Peking müssten sich nun auf ihre Zusammenarbeit konzentrieren", ihre "Differenzen beilegen" und einen "reibungslosen Übergang" in ihren Beziehungen sicherstellen, sagte Xi. Er hoffe darauf, dass das Verhältnis beider Länder "weiter wachsen" werde. Trump hatte China im Wahlkampf scharf kritisiert.

Zur Eröffnung des Gipfels hatte auch Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski vor einer Abschottung der US-Wirtschaft gewarnt. Es sei wichtig, "dass der Welthandel wieder wächst und dass Protektionismus besiegt wird, sagte er.

In seinem Wahlkampf hatte sich Trump sehr skeptisch gegenüber Freihandelsabkommen geäußert. Geplante Freihandelsabkommen wie das zwischen den USA und der EU (TTIP) oder das zwischen Amerika und Asien (TPP) lehnt er ab. Darüber hinaus will er die US-Wirtschaft mit hohen Strafzöllen etwa gegenüber Konkurrenz aus China schützen.

als/dpa

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