Dresden Mini-Pegida meldet kleine Demo an

Pegida will auch nach der Spaltung weiter demonstrieren. Für kommenden Montag haben die Islamgegner wieder eine Demo in Dresden angemeldet. Doch die Veranstalter erwarten deutlich weniger Teilnehmer als zuletzt.

Pegida-Demo in Dresden: Veranstalter rechnen mit weniger Teilnehmern
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Pegida-Demo in Dresden: Veranstalter rechnen mit weniger Teilnehmern


Dresden - Pegida will auch weiterhin in Dresden demonstrieren. Der rechtspopulistische Verein hat für den kommenden Montag erneut eine Veranstaltung angekündigt.

Bei der Stadt wurde statt des üblichen Spaziergangs eine stationäre Kundgebung angemeldet. Die Islamgegner rechnen dabei nur noch mit "bis zu 5000 Teilnehmern". Das erklärte eine Sprecherin der Stadt Dresden auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Bei der letzten Kundgebung, die Pegida ursprünglich für den vergangenen Montag angemeldet hatte, ging der Verein noch von 25.000 Teilnehmern aus. Sie wurde jedoch nach der Spaltung der Protestbewegung abgesagt. Zur letzten stattgefundenen Pegida-Demonstration kamen nach offiziellen Angaben noch 17.000 Teilnehmer.

Die bisherige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel hatte sich in der vergangenen Woche gemeinsam mit vier anderen aus dem Führungsgremium zurückgezogen und trat aus dem Verein aus. Das Gremium, das die Märsche der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" seit Oktober organisiert hatte, schrumpfte damit von anfänglich zwölf auf nur noch fünf Mitglieder.

Die Abtrünnigen kündigten an, eine neue konservative Bewegung namens "Direkte Demokratie in Europa" gründen zu wollen. Sprecherin Oertel betonte, man wolle keine Gegenveranstaltung zu Pegida abhalten. Die erste Kundgebung wurde für kommenden Sonntag angemeldet.

Die sächsische Landesregierung kündigte am Dienstag an, ihren Dialog mit Pegida-Anhängern auch nach der Spaltung fortsetzen zu wollen. Für den 10. März und den 21. April sind zwei weitere Runden des sogenannten Dialogforums geplant, teilte Staatskanzleichef Fritz Jaeckel (CDU) mit. Bürger wendeten sich weiter mit Anfragen an die Staatskanzlei: "Es sind nicht nur Beschwerden, es sind Anliegen an die Politik."

Er appellierte an die Menschen, für den Dialog auch vorhandene politische Institutionen zu nutzen und auch mal in eine Bürgersprechstunde zu gehen. Mit Blick auf die Spaltung von Pegida sagte Jaeckel, die Regierung werde abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

ler/srö/fab/dpa

insgesamt 40 Beiträge
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hermannheester 03.02.2015
1. Pegida für gaanz Arme?
Pegida ist, wenn Braune rufen und "Patrioten" kommen (oder nicht). Ansonsten ist hier der Rattenfänger von Hameln als Ideengeber zu nennen, doch auch der ist im Sande verlaufen worden. Für ein Musiccal hats gerade noch gereicht
alsterdorfkater 03.02.2015
2. Ach, die aaarme Pegida.
Jetzt musste ich fast weinen.
Bundesinnenminister 03.02.2015
3. Pegida go home!
Ihr sagt, dass ihr mit den Füßen abstimmen wollt. Also akzeptiert endlich mal das Ergebnis, dass ihr weniger Füße zusammenbringt als die Gegendemos!
mightyschneider 03.02.2015
4. Qualität statt Quantität
Wichtig ist, dass Bürgerrechtler und Aktivisten aus der Pegida-Bewegung auf die Straße gehen, um ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen. Die Anzahl ist nicht relevant, auch wenn die Freude bei SPON mindestens durch das Wörtchen "Mini" sichtbar wird. Pegida hat den Menschen gezeigt, dass es etwas völlig normales ist, für seine Belange auf die Straße zu gehen OHNE vorher die selbsternannten Antifaschisten um Erlaubnis zu fragen. Das wird sich keiner von denen mehr nehmen lassen.
Peter St. Marc 03.02.2015
5. Wirr ist das Volk
Zitat von BundesinnenministerIhr sagt, dass ihr mit den Füßen abstimmen wollt. Also akzeptiert endlich mal das Ergebnis, dass ihr weniger Füße zusammenbringt als die Gegendemos!
Lasst Sie marschieren, sie marschieren von Woche zu Woche weiter in die Bedeutungslosigkeit. Bis zum Frühlingsbeginn ist der Spuk vorbei und auch die überflüssigerweise heran gekarrte Polizei kann wieder wichtigen Dingen nachgehen.
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