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Michele Bachmann: Meisterin des Verwirrspiels

Foto: Andrew Burton/ AFP

Peinlicher Patzer Michele Bachmanns Phantom-Botschaft

Tea-Party-Frau Michele Bachmann wollte wohl Entschlossenheit demonstrieren - und machte sich zum Gespött: Wenn sie Präsidentin wäre, sagte die Bewerberin der Republikaner, würde sie die US-Botschaft in Iran schließen. Allein: Eine diplomatische Vertretung gibt es dort schon seit 1980 nicht mehr.

Hamburg - Ist Afrika nun ein Staat - oder vielleicht doch ein Kontinent? Und was war noch mal in Libyen los? Außenpolitik ist nicht das starke Feld der US-Republikaner, das hat sich im Bewerberwettstreit der Konservativen bereits mehrfach herauskristallisiert.

Vor allem Tea-Party-Hoffnung Michele Bachmann ist für ihre intellektuell fragwürdigen Einlassungen inzwischen berüchtigt. Neuester Aussetzer: Bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa wetterte Bachmann nach Angaben der "Huffington Post" gegen Iran. Gegen das Thema an sich wäre nichts einzuwenden, schließlich hat der Angriff einer iranischen Menschenmenge auf die britische Botschaft in Teheran für Empörung gesorgt.

Einzig ein nicht unwichtiges Detail in Bachmanns Tirade machte ihren Auftritt zur Lachnummer. Wenn sie selbst Herrin im Weißen Haus wäre, dann gäbe es in Iran keine US-Botschaft - dumm nur: Das ist längst der Fall, und zwar schon seit mehr als 30 Jahren. Im April 1980 hat Washington formell alle diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen, nachdem im Jahr zuvor iranische Angreifer die US-Botschaft gestürmt und Geiseln genommen hatten. Die Interessen der USA nimmt die Vertretung der Schweiz wahr.

Auch zuvor hatte sich Bachmann schon zum Thema Iran geäußert. Einmal mit der Behauptung, das Regime in Teheran habe den USA und Israel mit einem Atomschlag gedroht (was nicht stimmt), dann wiederum mit dem Aufruf ans Pentagon, einen Kriegsplan gegen das Land auszuarbeiten.

Im Rennen der US-Republikaner um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen liegt die anfangs hochgehandelte Bachmann allerdings derzeit weit hinten. Bessere Chancen werden Newt Gingrich und Mitt Romney zugerechnet.

ffr
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