Enrique Peña Nieto Oppositionskandidat wird neuer Präsident in Mexiko

Es ist ein Comeback für Mexikos Partei PRI, die das Land jahrzehntelang autoritär regierte: Der 45-jährige Enrique Peña Nieto hat die Präsidentschaftswahl gewonnen - er liegt uneinholbar vor seinen Konkurrenten. Mit einer neuen Strategie will er den verheerenden Drogenkrieg eindämmen.
Enrique Peña Nieto: Der strahlende Sieger zeigt nach der Wahl seine Tinte an den Daumen

Enrique Peña Nieto: Der strahlende Sieger zeigt nach der Wahl seine Tinte an den Daumen

Foto: TOMAS BRAVO/ REUTERS

Mexiko-Stadt - Dem Wahlkampfmanager von Mexikos designiertem neuen Staatschef Enrique Peña Nieto genügte ein Satz: "Das ist ein überwältigender Triumph", sagte Luis Videgaray dem TV-Sender Milenio. Der 45-jährige Anwalt Peña Nieto von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) ist Gewinner der Präsidentschaftswahl in Mexiko. Auf ihn entfielen nach amtlichen Angaben 37,93 Prozent der Stimmen. Er lag damit uneinholbar vor den Zweit- und Drittplatzierten, Andrés Manuel López Obrador und Josefina Vázquez Mota. Für einen Sieg reicht in Mexiko im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern in Lateinamerika die einfache Mehrheit im ersten Wahlgang.

Trotz des klaren Rückstands gab Obrador aber noch nicht auf. Er wolle die gesamte Auszählung abwarten und danach verantwortungsvoll handeln, sagte er.

Die PRI regierte das lateinamerikanische Land 71 Jahre lang autoritär, ehe sie das Präsidentenamt 2000 an die konservative Partido Acción Nacional (PAN) verlor. Die jahrzehntelange PRI-Herrschaft ging einher mit Korruption, Wahlfälschung, Unterdrückung und Vetternwirtschaft. Im Wahlkampf hatte Peña Nieto aber wiederholt betont, dass sich seine Partei erneuert habe.

Peña Nieto setzte sich Anfang dieses Jahres ohne interne Rivalen als Spitzenkandidat durch. Er wirkt auf viele Mexikaner wie ein Star aus einer der beliebten Telenovelas.

Neben dem Präsidenten wurden auch beide Kammern des Parlaments neu gewählt. PRI-Wahlkampfmanager Videgaray sagte, er hoffe, dass die Partei sich auch hier durchgesetzt habe. Peña Nieto würde das die Umsetzung seiner Reformagenda erleichtern. Dazu zählt die Liberalisierung des Arbeitsmarkts und die umstrittene Öffnung des staatlichen Ölkonzerns Pemex für ausländische Investoren. Zudem will er mit einer Polizeireform für mehr Sicherheit sorgen und die Gewalt im Zuge des Drogenkriegs eindämmen.

Der scheidende Staatschef Felipe Caldéron ist mit seiner Strategie zur Bekämpfung der Drogenbosse weitgehend gescheitert. Zwar schickte der konservative Politiker gleich nach Amtsantritt Ende 2006 mehr als 50.000 Soldaten in den Kampf. Die Armee sollte die Arbeit der vielerorts korrupten Polizei erledigen und die Gewalt eindämmen. Doch die Strategie ging nicht auf: Seit 2007 starben mehr als 55.000 Menschen in der Auseinandersetzung. Nach der Verfassung wird der mexikanische Staatschef für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist nicht zulässig.

hen/Reuters/AFP