Außenministerium Personalrat lehnt Schavan als Vatikan-Botschafterin ab

Als Botschafterin im Vatikan soll Ex-Bildungsministerin Schavan eine neue Aufgabe bekommen. Doch laut einem Zeitungsbericht kritisiert der Personalrat des Auswärtigen Amtes Schavan als unzureichend qualifiziert. Das Ministerium dürfte nicht zur "Versorgungsanstalt" für Politiker werden.
Ex-Ministerin Schavan: Fehlende Eingangsvoraussetzungen?

Ex-Ministerin Schavan: Fehlende Eingangsvoraussetzungen?

Foto: Bernd Weiflbrod/ picture alliance / dpa

Berlin - Gegen die Berufung von Ex-Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) zur Vatikan-Botschafterin gibt es laut "Bild" Widerstand im Außenministerium. Schavan fehlten die "Eingangsvoraussetzungen für den höheren Auswärtigen Dienst", zitiert die Zeitung aus einem internen Schreiben des Personalrats. Das Auswärtige Amt dürfe grundsätzlich nicht zur "Versorgungsanstalt" für Politiker werden.

"Der gute Ruf und die Professionalität des Auswärtigen Amtes gründen nicht zuletzt auf dem Prinzip, Leiterstellen an Auslandsvertretungen mit Berufsdiplomaten zu besetzen", heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben. Aus dem Brief gehe auch hervor, dass die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper (FDP), in Zukunft das deutsche Generalkonsulat in Danzig leiten solle.

Schavan war wegen Plagiatsvorwürfen in ihrer Dissertation von der Universität Düsseldorf der Doktortitel aberkannt worden. Dagegen klagt sie. Außer dem Titel hatte sie keinen anderen akademischen Abschluss erworben. Im März wird der Fall vor Gericht verhandelt.

Gegen Schavans Berufung als deutsche Vatikan-Botschafterin macht auch eine Gruppe konservativer Katholiken Front. Die engagierte Katholikin Schavan hatte sich für Reformen in der katholischen Kirche eingesetzt, unter anderem in der Frage des Zölibats.

dab/dpa
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