Bestechungsvorwurf Perus Ex-Präsident in den USA festgenommen

Alejandro Toledo soll als peruanischer Präsident Millionen von einem Baukonzern angenommen haben - doch dem Prozess entzog er sich durch eine Flucht in die USA. Dort wurde er nun festgesetzt.

Alejandro Toledo: Jede Menge juristischer Ärger wartet daheim auf Perus Ex-Präsidenten
Mandel Ngan/ AFP

Alejandro Toledo: Jede Menge juristischer Ärger wartet daheim auf Perus Ex-Präsidenten


Die Bestechungssumme soll um die 20 Millionen US-Dollar betragen haben - entsprechend interessiert sind die Strafbehörden in Peru daran, gegen Ex-Präsident Alejandro Toledo vorzugehen. Jetzt ist er in den USA festgenommen worden.

Gegen den ehemaligen Staatschef liege ein Auslieferungsbefehl vor, teilte die peruanische Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Er befinde sich bereits in einer ersten Anhörung vor der US-Justiz. Das Auslieferungsverfahren gegen den 73-Jährigen könnte jedoch Monate dauern.

Toledo hatte sich in die USA abgesetzt, nachdem er in Peru angeklagt worden war, während seiner Amtszeit (2001-2006) Geld vom brasilianischen Bauunternehmen Odebrecht angenommen zu haben. Ein Richter ordnete eine Untersuchungshaft von 18 Monaten gegen Toledo an, die peruanische Justiz begann ein Auslieferungsverfahren vor den US-Behörden. Toledo streitet die Vorwürfe ab.

Um an lukrative Staatsaufträge zu kommen, hatte Odebrecht nach eigenen Angaben vor der brasilianischen Justiz über Jahre hinweg in ganz Lateinamerika Politiker und Beamte bestochen. Wegen seiner boomenden Wirtschaft war Peru besonders betroffen. In dem Land wurde gleich gegen vier ehemalige Präsidenten wegen Korruption ermittelt, darunter Ollanta Humala (2011-2016) und Pedro Pablo Kuczynski (2016-2018). Alan García (1985-1990 und 2006-2011) erschoss sich bei seiner Festnahme im April.

Toledo war im März in einem Restaurant in Kalifornien wegen Trunkenheit vorübergehend festgenommen worden. Nach einer Nacht im Gefängnis wurde er nach Vermittlung des peruanischen Konsulats aber wieder freigelassen, wie das Außenministerium in Lima damals mitteilte.

jok/dpa/AFP



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