Peru Ex-Präsident Fujimori wird ausgeliefert

Der ehemalige peruanische Präsident Fujimori wird an Peru ausgeliefert. Dies entschied der Oberste Gerichtshof Chiles. Fujimori stand in Chile unter Hausarrest.

Santiago de Chile - Alberto Fujimori war in Chile im Juni unter Hausarrest gestellt worden. Mit der höchstrichterlichen Entscheidung sollte damals verhindert werden, dass sich der Ex-Politiker einer drohenden Auslieferung an sein Heimatland durch Flucht entzieht.

Fujimori hatte sich noch als peruanischer Präsident 2000 angesichts zahlreicher Korruptionsaffären während einer Auslandsreise nach Japan, der Heimat seiner Vorfahren, abgesetzt. Dort war er wegen seiner japanischen Staatsbürgerschaft vor einer Auslieferung sicher.

Am 6. November 2005 tauchte er aber überraschend in Chile auf und wurde wegen eines von Peru beantragten internationalen Haftbefehls festgenommen. Vor einem Jahr war er unter Auflagen freigekommen, durfte Chile jedoch nicht verlassen.

Während seiner zwei Amtszeiten zwischen 1990 und 2000 hatte Fujimori die Wirtschaft Perus angekurbelt und die linke Terrorgruppe Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) niederkämpfen lassen. Dabei hatten sich Polizei und Militär jedoch schwere Menschenrechtsvergehen zu Schulden kommen lassen. Die bekanntesten Fälle, wegen derer sich die chilenische Staatsanwältin für eine Auslieferung aussprach, sind die Ermordung von 15 Zivilisten in dem Stadtteil Barrios Altos von Lima 1991 sowie die Tötung eines Professors und neun seiner Studenten in der Universität La Cantuta 1992 durch Sicherheitskräfte.

asc/AFP/Reuters/dpa