Peru Linksnationalist Humala erklärt sich zum Wahlsieger

Peru steht vor einem Linksruck. Ollanta Humala gilt schon jetzt als klarer Wahlsieger für das Präsidentenamt - das offizielle Ergebnis steht aber noch aus. Auf das Land dürfte ein erheblicher Wandel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zukommen.

Kandidat Humala: Party mit den begeisterten Anhängern
REUTERS

Kandidat Humala: Party mit den begeisterten Anhängern


Lima- Die Zahlen sind noch nicht offiziell, doch in Peru zeichnet sich ein Sieg des Linksnationalisten Ollanta Humala ab. Die Stichwahl um das Präsidentenamt hat er inoffiziellen Hochrechnungen zufolge mit rund 52 Prozent überraschend deutlich gewonnen. Seine rechtskonservative Widersacherin Keiko Fujimori kam demnach bei der Wahl auf etwa 48 Prozent. "Alles weist darauf hin, dass wir die Wahl gewonnen haben", sagte Humala in der Hauptstadt Lima: "Am 28. Juli werde ich das Amt als Präsident aller Peruaner antreten."

Letzte Umfragen vor der Wahl hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt. Peru dürfte damit vor einem erheblichen Wandel seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik stehen und sich statt der USA künftig eher Brasilien als Vorbild nehmen.

Schon die direkt nach der Schließung der Wahllokale veröffentlichten Prognosen hatten Humala als künftigen Präsidenten gesehen. Auch erste offizielle Teilergebnisse bestätigten diesen Trend.

Die Wahl verlief trotz der Polarisierung im Wahlkampf ruhig. Noch am Vortag hatten jedoch maoistische Rebellen im Süden des Landes fünf Soldaten getötet und vier Personen verletzt, die Wahllokale beschützen sollten.

Der Ausgang der Wahl wurde vor allem von Stimmen der politisch gemäßigten Mitte entschieden. Deren Kandidaten waren in der ersten Runde am 10. April ausgeschieden, weil sie sich nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten. Amtsinhaber Alan García durfte laut Verfassung nicht für eine zweite Amtszeit in Folge antreten.

Um die Wähler der Mitte für sich zu gewinnen, bemühte sich der frühere Oberstleutnant Humala den Vorwurf zu entkräften, er stehe dem linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nahe. Statt dessen suchte er nun den Schulterschluss mit dem in Peru wesentlich populäreren Ex-Präsidenten Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva.

Humala wird ein Land mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum von rund acht Prozent jährlich aber auch zugleich einer Armutsquote von 34 Prozent übernehmen. Der 48-Jährige propagiert die Armutsbekämpfung mit einen "Wandel in Raten" hin zu einer stärker lenkenden Rolle des Staates in der Wirtschaft.

jok/dpa-AFX

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carahyba, 06.06.2011
1. Juan Manuel Santos
Zitat von sysopPeru steht vor einem Linksruck. Ollanta Humala gilt schon jetzt als klarer Wahlsieger*für das Präsidentenamt - das offizielle Ergebnis steht aber noch aus. Auf das Land dürfte ein erheblicher Wandel*in der*Wirtschafts- und Sozialpolitik zukommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,766781,00.html
-Chavez -Lula -Evo -Kirchner -Correa -Pepe Mujica -Lugo Nun auch noch Humala. Die USA-EU-Presse verschweigt die eigentliche Revolution, und das ist der Praesident von Kolumbien Juan Manuel Santos, den ich noch vor einem Jahr als einen ausgemachten US-hoerigen Kriegstreiber betrachtet habe. So kann man sich taeuschen. Trotzdem, es gibt noch eine US-Stuetze, die ist aber ziemlich Isoliert in Sued-Amerika.
Lucybell78, 06.06.2011
2. Isolation
Zitat von carahyba-Chavez -Lula -Evo -Kirchner -Correa -Pepe Mujica -Lugo Nun auch noch Humala. Die USA-EU-Presse verschweigt die eigentliche Revolution, und das ist der Praesident von Kolumbien Juan Manuel Santos, den ich noch vor einem Jahr als einen ausgemachten US-hoerigen Kriegstreiber betrachtet habe. So kann man sich taeuschen. Trotzdem, es gibt noch eine US-Stuetze, die ist aber ziemlich Isoliert in Sued-Amerika.
Sie meinen sicherlich Chile... das mag sein. Denen gehts aber im gegensatz zum rest des Kontinents besser, demzufolge brauchen die keinen messiasänhlichen "Retter". Hoffentlich bleibt das Land "isoliert", und lässt sich von diesem billigen Populismus (oder in vielen Fällen auch gefärlich, militärischen Autokraten) auf dem Kontinent nicht anstecken.
carahyba, 06.06.2011
3. Einer Minderheit mag es besser gehen...
Zitat von Lucybell78Sie meinen sicherlich Chile... das mag sein. Denen gehts aber im gegensatz zum rest des Kontinents besser, demzufolge brauchen die keinen messiasänhlichen "Retter". Hoffentlich bleibt das Land "isoliert", und lässt sich von diesem billigen Populismus (oder in vielen Fällen auch gefärlich, militärischen Autokraten) auf dem Kontinent nicht anstecken.
...der Mehrheit geht es schlecht, die Minengeschichte hat es deutlich gezeigt. Und die von mir angefuehrten Poliker haben durchweg dafuer gesorgt dass es den unteren 2/3 heute besser geht. "Retter" sind eher die Neoliberalen die verkuenden wie gut es der oberen 1/3-Gesellschaft geht. Ich nehme an Sie gehoeren dazu.
euromerika 06.06.2011
4. Linkerflügel gegen Wirtschaftsaufschwung
Zitat von sysopPeru steht vor einem Linksruck. Ollanta Humala gilt schon jetzt als klarer Wahlsieger*für das Präsidentenamt - das offizielle Ergebnis steht aber noch aus. Auf das Land dürfte ein erheblicher Wandel*in der*Wirtschafts- und Sozialpolitik zukommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,766781,00.html
Es ist für mich persönlich eine Niederlage! Da ich aber in BRD geboren und aufgewachsen bin, weiß ich wie Domokratie funktioniert - ich respektiere das Wahlergebnis und gratuliere dem Zukünftigen Präsidenten Ollanta Humala. Ollanta Humala gehörte nicht zu meinem Favoriten, obwohl ich in Deutschland Sozialdemokratin bin! Jedes Land ist anders, und jede Partei oder politische Bewegnung ist anders - Links ist nicht gleich Links! Fest steht, dass in Deutschland bzw. EU massive Petitionen für Entwicklungshilfe aus Peru kommen werden - eigentlich, ist Peru mit einer Kanditatin wie Keiko Fujimori hevorragend ausgerüsttet die riesen Armut in Peru selber in die Hände zu nehmen anhand internationale Projekte. Ich bin gerade mal 30 Jahre alt, schwerbehindert und habe in Peru Hoffnungen gehabt, mit der Regierung Keiko Fujimori. Ich bin selbsständig und importiere Ware aus Deutschland. Die Mensche haben sich gefreut - Deutsche sind immer angesagt. Mein streben ist es, dass viele viele viele Peruaner, nicht nur in Lima sondern auch in der Provinz solche Produckte sich leisten können, damit haben mir die Linke schonmal ein Strich gezogen - ich bin gezwungen meine Preis höher anzusetzen nach dem Motto: Mehr für die Reichen, weniger für die Armen! Brasilien wird wenig helfen. Erstmal, die Brasilianer sprechen Portugiesisch. Sie werden zu Monopole - genau das wollen angeblich nicht die Linken... Zuzeit ist die nationale Börse am Stürzen! Der Dollar steigt! Viele Peruaner und Ausländer haben Angst! Abwarten und Tee trinken mein Geschäft gebe ich so leicht nicht auf!
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