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28. Oktober 2009, 09:09 Uhr

Peschawar

Mehr als 100 Tote bei Anschlag in Pakistan

Bei einem Anschlag in Peschawar im Nordwesten Pakistans sind mehr als 100 Menschen getötet worden. Mehr als 150 weitere wurden verletzt. Die Autobombe explodierte kurz nach der Ankunft von US-Außenministerin Clinton in der Hauptstadt Islamabad.

Islamabad - Bei einem Anschlag auf einen Marktplatz in der Stadt Peschawar im Nordwesten Pakistans sind nach Angaben des Senders Geo TV mindestens 105 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 150 weitere wurden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE verletzt. Ein Polizeisprecher sagte, die Hilfskräfte rechneten damit, dass die Anzahl der Opfer noch steigt. Unter den Trümmern lägen vermutlich noch viele Verschüttete.

Die Autobombe explodierte in einer gut besuchten Geschäftsstraße in Peepl Mandi, einem Viertel, in dem viele Schiiten leben. Auf dem Markt kaufen vor allem Frauen ein, daher handelt es sich überwiegend um weibliche Opfer. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie ein Haus nach der Detonation einstürzte und mehrere Läden Feuer fingen. Nach der Explosion brach ein Großbrand aus. Die Rettungskräfte hatten zunächst Schwierigkeiten, sich durch die belebten Straßen an den Unfallort vorzukämpfen.

Hillary Clinton war kurz zuvor am Mittwochmorgen zu ihrem ersten Besuch als US-Außenministerin in Pakistan eingetroffen. Sie befindet sich in der Hauptstadt Islamabad, die etwa drei Autostunden von Peschawar entfernt liegt. Auf ihrem Flug nach Pakistan lobte sie die Offensive der pakistanischen Armee gegen die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan. "Wir bewundern, was das pakistanische Militär macht", sagte sie. Der Kampf gegen die Extremisten sei auch im Interesse Pakistans.

Nach Angaben der Armee sind seit Beginn der Offensive im Stammesgebiet Süd-Waziristan am 17. Oktober etwa 240 Aufständische und 30 Soldaten getötet worden. Im Gegenzug haben die Taliban ihre Anschläge im Land verschärft, die allein im Oktober mehr als 200 Menschen das Leben kosteten.

Clinton will bei der dreitägigen Visite mit der politischen und der militärischen Führung des Landes zusammentreffen. Außerdem sind Gespräche mit Stammesältesten aus der unruhigen Nordwest-Grenzregion und Wirtschaftsvertretern geplant. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons im Kampf gegen den Terrorismus.

kaz/ffr/AP/dpa/AFP/Reuters

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