Steinbrueck in Amerika

Rot auf Weiß: Peter Steinbrueck wollte Seattles Bürgermeister werden
Steffen Klippel

Rot auf Weiß: Peter Steinbrueck wollte Seattles Bürgermeister werden

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Echt wahr: Auch in Seattle hängen Steinbrueck-Wahlplakate an den Straßen. Was geht da vor?

Seattle - Am Dienstagmorgen erreichte die Redaktion eine Lesermail. "Plant der Kanzlerkandidat der SPD bereits für eine neue Karriere nach der Bundestagswahl? ;-)", steht im Betreff.

Absender ist ein Leser, der eigenen Angaben zufolge seit Jahren in Seattle im US-Bundesstaat Washington lebt. Seiner E-Mail hat er ein Foto angehängt, aufgenommen in seiner Heimatstadt. Darauf zu sehen ist ein weißes Wahlplakat, triefend nass vom Regen. Ein Herr Steinbrueck wirbt damit um Stimmen, es geht um den Posten des Bürgermeisters der Stadt. Steinbrueck? Bürgermeister? In Amerika?

Steinbrueck ist weiß Gott kein Allerweltsname, nicht hier, nicht in den USA. Sogar die Schriftfarbe der Wahlplakate passt: leuchtendes Rot.

Screenshot von Steinbruecks Homepage: Dank an die Wahlkampfhelfer

Screenshot von Steinbruecks Homepage: Dank an die Wahlkampfhelfer

Wer ist dieser Steinbrueck mit "ue"? Architekt, Uni-Dozent, Firmengründer, Berater, seit 1997 im Stadtparlament von Seattle, schreibt er auf seiner Homepage. Außerdem: Vater zweier Teenage-Jungs, Häuslebauer, begeisterter Aquarellmaler und Gärtner mit einer Vorliebe für Bio-Gemüse. Sein Vorname ist Peter, nicht Peer.

Auf seiner Internetseite erklärt der Ami-Steinbrueck stolz: "In meinem Leben drehte sich schon immer alles darum, mich für eine gesunde, attraktive, funktionierende Stadt stark zu machen; eine, die das Leben der Bürger respektiert und die Berge und das Wasser, das uns umgibt." Der Bürgermeister der Stadt müsse anführen, nicht folgen, schreibt Steinbrueck. "Seattle verdient einen Bürgermeister, der wahrnimmt, wer wir sind, weiß, wo wir herkommen, und der uns in die denkbar beste Zukunft führt."

Politikerphrasen, die so ähnlich auch von unserem Steinbrück kommen könnten (zumindest ohne das Wasser und die Berge). Für Steinbrück mit "ü" bleibt allerdings zu hoffen, dass die Ähnlichkeiten damit erschöpft sind.

Der Namensvetter in Amerika kennt bereits sein Wahlergebnis: Mit nur 16,16 Prozent der Stimmen scheiterte er Anfang August bei den Vorwahlen.



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3 Leserkommentare
Wolffpack 27.08.2013
guentherprien 27.08.2013
christian simons 27.08.2013

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