Philippinen Bewaffnete Angreifer befreien 150 Häftlinge

Dutzende Bewaffnete haben ein Gefängnis auf den Philippinen angegriffen. Während eines Schusswechsels entkamen rund 150 Häftlinge. Verantwortlich soll eine muslimische Rebellengruppe sein.

Polizisten am Gefängnis in Kidapawan
AP

Polizisten am Gefängnis in Kidapawan


Bei einem Angriff Bewaffneter auf ein philippinisches Gefängnis sind mehr als 150 Häftlinge befreit worden. Die Angreifer töteten zudem einen Angestellten der Haftanstalt im Süden des südostasiatischen Inselstaats. Das sagte der Gefängnisdirektor einem philippinischen Radiosender. Von den 1511 Insassen seien 158 entkommen; vier der Flüchtigen seien inzwischen wieder gefasst worden.

Vor Tagesanbruch kappten die Angreifer demnach die Stromzufuhr zum Gefängnis in der Stadt Kidapawan und lieferten sich dann einen zweistündigen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Polizei, Armee und örtliche Behörden fahndeten den Angaben zufolge nach den geflohenen Häftlingen.

Bei den Tätern handelt es sich dem Direktor zufolge vermutlich um separatistische muslimische Rebellen einer radikalen Splittergruppe der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF). Sie hätten es auf Zellen abgesehen, in denen mutmaßliche Rebellen inhaftiert gewesen seien.

Nach 17 Jahren Verhandlungen hatten die Regierung und die MILF-Rebellen im März 2014 Frieden geschlossen. Die Splittergruppe Bangsamoro Islamische Befreiungsfront wird seitdem für mehrere Anschläge auf der südlichen Insel Mindanao verantwortlich gemacht. Einige ihrer Anführer saßen in dem Provinzgefängnis in Kidapawan.

ulz/dpa/Reuters



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