Philippinen Fünf Tote bei Anschlag vor Kirche

Bei einem Bombenanschlag vor einer katholischen Kirche im Süden der Philippinen sind mindestens fünf Menschen getötet und 46 verletzt worden. Die Streitkräfte verdächtigen muslimische Extremisten.


Manila - Neuer Anschlag auf den Philippinen: In der Stadt Cotabato ist am Sonntag vor der Kirche der unbefleckten Empfängnis ein Sprengsatz detoniert, als die Menschen nach der Messe gerade nach Hause gehen wollten. Zwei Menschen waren sofort tot, drei weitere Opfer erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. 46 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge verletzt.

Die Bombe war in der Nähe eines Essensstandes versteckt, an dem gebratenes Schweinefleisch angeboten wurde. Sie wurde mit einem Handy ferngezündet, wie Generalmajor Alfredo Cayton mitteilte. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Cayton machte für den Anschlag die etwa 11.500 Mann starke Islamische Befreiungsfront Moro (MILF) verantwortlich, gegen die die Streitkräfte zuletzt in der nahegelegen Provinz Maguindanao und angrenzenden Gebieten vorgegangen sind. Nur die MILF habe ein Motiv und die Möglichkeiten, so einen Anschlag auszuführen. Ein Rebellensprecher wies dies zurück.

Auf den Philippinen kommt es immer wieder zu Anschlägen - die angaben zu den Opferzahlen divergieren erheblich: Nach Militärangaben wurden im vergangenen Jahr bei Kämpfen rund 1000 muslimische Rebellen getötet. Die MILF gab die Zahl der Toten hingegen mit 20 Aufständischen, 20 Zivilpersonen und mehr als 500 Soldaten an. Militärsprecher Jonathan Ponce wies dies am Samstag zurück. Demnach kamen in dem erfassten Zeitraum nur etwa 30 Soldaten ums Leben.

Seit dem Scheitern der Verhandlungen über einen Friedensvertrag im vergangenen August flammten die Kämpfe wieder auf, nachdem beide Seiten zuvor den Waffenstillstand von 2003 weitgehend eingehalten hatten. Die muslimischen Rebellen kämpfen seit fast 40 Jahren gegen die Regierung des überwiegend römisch-katholischen Landes. Unabhängige Opferzahlen gibt es nicht, die Schätzungen reichen bis zu 120.000 Toten seit den frühen siebziger Jahren - darunter viele Jugendliche, die auf Seiten der Rebellen kämpften.

Jim Gomez, AP



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